Zwei Tage Haferflocken senken Cholesterinspiegel

Eine kurzzeitige Haferkur scheint den Cholesterinspiegel überraschend stark senken zu können. In diese Richtung deutet eine Studie der Universität Bonn, die jetzt in der Zeitschrift Nature Communications erschienen ist. Die Versuchspersonen litten am metabolischem Syndrom – einer Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck sowie erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten. Sie nahmen zwei Tage eine kalorienreduzierte Kost zu sich, die fast ausschließlich aus Haferflocken bestand (300 Gramm Haferflocken täglich- 2 Tage lang! In Wasser aufgekocht, mit etwas Obst oder Gemüse verfeinern). Gegenüber einer Kontrollgruppe verbesserten sich ihre Cholesterinwerte daraufhin deutlich. Selbst nach sechs Wochen ließ sich dieser Effekt noch nachweisen. Offenbar beeinflusste die Diät die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm. Die von ihnen produzierten Stoffwechselprodukte scheinen maßgeblich zu den positiven Wirkungen beizutragen.

Quelle:
uni-bonn.de


 

Wie Hunger die Stimmung beeinflusst

Wenn wir hungrig sind, sinkt oft die Laune – ein Phänomen, das umgangssprachlich als „hangry“ bekannt ist. Eine neue Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Tübingen zeigt nun, dass dieser Zusammenhang nicht durch unbewusste Stoffwechselprozesse entsteht. Entscheidend ist vielmehr, dass der Energiemangel bewusst als Hunger wahrgenommen wird – erst dieses bewusste Hungergefühl führt zu schlechterer Stimmung. Die Ergebnisse sind nun in der Fachzeitschrift eBioMedicine erschienen.

Die Studie liefert damit neue Evidenz für die Bedeutung der sogenannten Interozeption – also der bewussten Wahrnehmung innerer Körperzustände – bei der Regulation von Emotionen. Personen, die Veränderungen ihres Glukosespiegels besonders genau wahrnahmen, zeigten zudem weniger Stimmungsschwankungen.„Viele Erkrankungen wie Depression oder Adipositas gehen mit veränderten Stoffwechselprozessen einher“, so Prof. Kroemer (Universitätsklinikum Tübingen/Universität Bonn). „Ein besseres Verständnis dafür, wie Körperwahrnehmung und Stimmung zusammenhängen, kann langfristig helfen, Therapieansätze zu verbessern – etwa durch gezieltes Training der Interozeption oder nicht-invasive Stimulation des Vagusnervs, der die Organe mit dem Gehirn verbindet und die Interozeption beeinflusst. Ein gutes Gespür für körpereigene Signale scheint dabei zu helfen, emotionale Stabilität zu bewahren – selbst wenn der Energiehaushalt schwankt.“

 

Quelle:
www.uni-bonn.de


 

Mit Diabetes gut vorbereitet ins Krankenhaus: Was muss mit, was vorab geklärt werden?

Eine Behandlung im Krankenhaus stellt für viele Menschen eine extreme Stress-Situation dar. Menschen mit Diabetes sind aber zusätzlichen Risiken ausgesetzt, weil die Blutzuckerwerte entgleisen können.
Ein Blutzucker zwischen 140 und 180 mg/dl bzw. 7,8 und 10,0 mmol/l gilt als Ziel auf der Intensivstation. Außerhalb der Intensivstation sollten die für den jeweiligen vereinbarten Zielwerte angestrebt werden. Die jahrzehntelang im Krankenhaus akzeptierten hohen Blutzuckerwerte über 200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l führen zu negativen Folgen, wie sich herausgestellt hat. Aber auch zu strenge, also zu niedrige Werte, bergen das Risiko der häufigeren Unterzuckerung.

Bezüglich des Diabetes sollten unbedingt folgende Dinge ins Krankenhaus mitgenommen werden:

  • Gesundheits-Pass Diabetes, in dem u. a. der letzte HbA1c-Wert und der Blutdruck stehen
  • Berichte über mögliche Folgeerkrankungen wie an den Augen (Retinopathie), an den Nerven (Neuropathie), an den Nieren (Nephropathie)
  • aktueller Medikamenten-Plan mit allen Medikamenten für den Diabetes und alle anderen Erkrankungen
  • ein Vorrat der verwendeten Medikamente und, wenn verwendet, Sensoren, Blutzucker-Messgerät mit Teststreifen, Zubehör für die Insulinpumpe usw.
Quelle:

Geistiger Abbau durch Süßstoffe?

Der Konsum von kalorienarmen und kalorienfreien Süßstoffen (Low- and No-Calorie Sweeteners, LNCS) wurde bereits mit unerwünschten gesundheitlichen Folgen in Verbindung gebracht. Über den Zusammenhang zwischen LNCS-Konsum und kognitiven Fähigkeiten ist jedoch bisher wenig bekannt. Ziel einer Studie aus Brasilien war es, den Zusammenhang zwischen dem Konsum von LNCS und dem Rückgang der kognitiven Leistungsfähigkeit zu evaluieren.

Künstliche Süßstoffe: Einfluss auf das Gehirn?

Die Forschenden führten eine longitudinale Beobachtungsstudie durch, die Daten von Angestellten ab 35 Jahren nutzte, die in die „Brazilian Longitudinal Study of Adult Health“ eingeschlossen waren. Die Teilnehmenden wurden in 3 Untersuchungswellen erfasst (2008 – 10, 2012 – 14 und 2017 – 19). Ausgeschlossen wurden Menschen mit unvollständigen Ernährungsdaten, extremer Kalorienaufnahme (< 1. Perzentil oder > 99. Perzentil) sowie fehlenden Daten zu kognitiven Tests oder Kovariaten zu Beginn der Studie. Mittels eines Food-Frequency-Fragebogens wurde der kombinierte und individuelle Konsum von 7 LNCS (Aspartam, Saccharin, Acesulfam K, Erythrit, Xylit, Sorbit und Tagatose) berechnet. Die Forschenden ermittelten statistisch den Zusammenhang zwischen LNCS-Konsum und kognitivem Abbau mit Hilfe von 6 kognitiven Tests.

Longitudinale Studie über einen Zeitraum von 8 Jahren mit Teilnehmern aus Brasilien

Bei den 12 772 Teilnehmenden (mittleres Alter: 51,9 ± 9,0 Jahre; 54,8 % Frauen; 43,2 % Schwarze oder gemischte Ethnien) lag der durchschnittliche LNCS-Konsum bei 92,1 ± 90,1 mg/Tag. Bei Menschen unter 60 Jahren war ein höherer Konsum kombinierter LNCS mit einem schnelleren Rückgang der verbalen Leistung verbunden. Bei Teilnehmenden ab 60 Jahren zeigte sich kein Zusammenhang zwischen LNCS-Konsum und kognitivem Abbau. Der Konsum von Aspartam, Saccharin, Acesulfam K, Erythrit, Sorbit und Xylit stand mit einem schnelleren Rückgang der globalen Kognition in Verbindung, insbesondere in den Bereichen Gedächtnis und verbale Leistung. Bei Menschen ohne Diabetes war ein hoher LNCS-Konsum mit einem schnelleren Abbau der verbalen Leistung und der globalen Kognition assoziiert, während bei Menschen mit Diabetes vor allem Gedächtnis- und globale Kognitionsverluste beobachtet wurden.

Mögliche negative Effekte von künstlichen Süßstoffen auf kognitive Fähigkeiten

Die Ergebnisse der Studie deuten auf mögliche langfristige negative Effekte von künstlichen Süßstoffen und Zuckeralkoholen auf die geistigen Fähigkeiten hin. Die negativen Effekte wurden insbesondere bei jüngeren Teilnehmern beobachtet.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

Stammzellen: Heilung von Diabetes?

In einer frühen klinischen Studie zeigte die neuartige Stammzelltherapie Zimislecel bei Menschen mit Typ-1-Diabetes eine Wiederherstellung der Inselzellfunktion. 83 % der Teilnehmenden benötigten nach einem Jahr keine externe Insulinzufuhr mehr und es traten keine schweren Unterzuckerungen auf.

Zimislecel ist eine aus Stammzellen gewonnene, allogene Inselzelltherapie. Bisher gibt es bei Typ-1-Diabetes keine etablierte Behandlung, welche dauerhaft die körpereigene Insulinproduktion wiederherstellt. Hieraus ergibt sich die Forschungsfrage, wie sicher und wirksam die Stammzelltherapie bei Menschen mit Typ-1-Diabetes ist.

Stammzellentherapie Zimislecel: Chance bei Typ-1-Diabetes?

Die klinische Phase-1/2-Studie an Menschen mit Typ-1-Diabetes wurde in 3 Teilen durchgeführt. In Teil A erhielten die Teilnehmenden eine halbe Dosis Zimislecel (0,4×10 Zellen) über eine Infusion in die Pfortader, mit Option auf eine 2. Dosis innerhalb von 2 Jahren. In den Teilen B und C wurde eine volle Dosis (0,8×10 Zellen) verabreicht. Alle Teilnehmenden erhielten eine immunsuppressive Therapie ohne Glukokortikoide. Der primäre Endpunkt in Teil C war das Ausbleiben schwerer Unterzuckerungen zwischen Tag 90 und 365 bei gleichzeitigem HbA1c-Wert unter 7 % oder einer Reduktion von mindestens 1 % gegenüber dem Ausgangswert an mindestens einem Zeitpunkt zwischen Tag 180 und 365. Sekundäre Endpunkte in Teil C umfassten Sicherheit und Insulinunabhängigkeit zwischen Tag 180 und 365. Der Nachweis von Serum-C-Peptid während eines 4-stündigen Mischmahlzeiten-Toleranztests diente zur Beurteilung der Inselzellfunktion.

Klinische Phase-1/2-Studie: Wirksamkeit und Sicherheit mit 14 Teilnehmern

Insgesamt 14 Menschen (2 aus Teil A, 12 aus Teil B/C) wurden für mindestens 12 Monate nachbeobachtet. Alle wiesen zu Beginn keine messbare C-Peptid-Produktion auf. Nach der Zimislecel-Infusion konnte bei allen ein C-Peptid-Nachweis erfolgen, was auf eine erfolgreiche Funktion der Inselzellen hinweist. Die häufigste schwerwiegende Nebenwirkung war Neutropenie, die bei 3 Teilnehmenden auftrat. Insgesamt 2 Todesfälle wurden dokumentiert: Einer durch Kryptokokken-Meningitis, ein weiterer durch schwere Demenz infolge einer bestehenden neurokognitiven Erkrankung.

Hohe Rate an Insulinunabhängigkeit und gute Blutzuckerkontrolle

Alle 12 Teilnehmenden aus den Teilen B und C blieben im Zeitraum zwischen Tag 90 und 365 frei von schweren Unterzuckerungen. Sie erreichten einen HbA1c-Wert unter 7 % und verbrachten über 70 % der Zeit im Zielbereich der Blutzuckerkonzentration (70 – 180 mg/dl). Es waren 10 der 12 (83 %) Teilnehmer am Tag 365 insulinunabhängig, benötigten also keine externe Insulinzufuhr mehr.

Zimislecel zeigt Potenzial zur Wiederherstellung der Inselzellfunktion

Die Ergebnisse der kleinen Studie deuten darauf hin, dass Zimislecel die physiologische Funktion von Inselzellen bei Menschen mit Typ-1-Diabetes wiederherstellen kann. Weitere Studien sind erforderlich, um die Langzeitsicherheit und Wirksamkeit zu prüfen.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

Adipositastherapie ohne Spritze 1,7 Millionen Euro Förderung

Lokal Fett abbauen durch einfache Wirkstoffgabe auf die Haut: Eine klinische Studie der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Bonn (UKB) soll die Wirksamkeit dieser innovativen Methode bestätigen.

Es gibt drei Arten von Fett: weißes, braunes und beiges
Die Umwandlung von weißem Fett, das Energie speichert, in beiges Fett, das die gespeicherte Energie in Wärme umwandelt, wird als „beiging“ bezeichnet. Das Team aus der Pharmakologie und der Pharmazeutischen Technologie konnte bereits zeigen, dass „beiging“ von Fettgewebe durch eine lokale Applikation entsprechender Wirkstoffe auf die Haut erreicht werden kann. Der neue lokale Therapieansatz kann die Wirkstoffbelastung des restlichen Körpers deutlich verringern und somit bei einer längeren Anwendung die Nebenwirkungen reduzieren, die augenblickliche Ansätze noch in erheblichem Maße zeigen, die auf der Anwendung von Tabletten oder Spritzen basieren.

Quelle: uni-bonn.de


 

Mittagsschlaf räumt im Gehirn auf und verbessert so die Lernfähigkeit

Schon ein Mittagsschlaf kann dem Gehirn helfen, sich zu erholen und wieder besser lernfähig zu werden. Forschende des Universitätsklinikums Freiburg und der Universität Genf zeigen in einer am 22. Januar 2026 im Fachjournal NeuroImage veröffentlichten Studie, dass bereits ein Mittagsschlaf ausreicht, um Verbindungen zwischen Nervenzellen so auszurichten, das neue Information besser abgespeichert werden kann. Diese Effekte waren bislang nur nach einer ganzen Nacht Schlaf bekannt. Die neue Studie zeigt, dass das Gehirn durch einen kurzen Schlaf gezielt entlastet und wieder in einen lernbereiten Zustand versetzt werden kann – ein Vorgang, der insbesondere in Situationen mit hoher Leistungsanforderung günstig sein könnte.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass selbst eine kurze Schlafphase das Gehirn in einen Zustand versetzen kann, in dem es wieder besser lernen und Informationen aufnehmen kann“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Christoph Nissen, der die Studie in seiner Zeit als Ärztlicher Leiter des Schlaflabors an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg durchgeführt hat. Heute ist er Universitätsprofessor und Chefarzt am Department für Psychiatrie, Universität und Universitätsklinikum Genf (HUG), Schweiz.
„Ein Mittagsschlaf kann helfen, Konzentration und Leistungsfähigkeit auch unter hoher Belastung aufrechtzuerhalten“, so Nissen. Wichtig sei jedoch, betonen die Forschenden, dass gelegentliche Schlafprobleme nicht automatisch zu Leistungseinbußen führen.

Quelle: deutschesgesundheitsportal.de


 

Für einen gesunden Schlaf: Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Erholsamer Schlaf ist eine zentrale Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden. Dennoch haben viele Menschen damit Probleme:
Eine aktuelle Befragung der Stiftung Gesundheitswissen zeigt, dass rund jede vierte Person in Deutschland unter Schlafstörungen leidet. Oft lässt sich die Schlafqualität bereits durch einfache Anpassungen der sogenannten Schlafhygiene spürbar verbessern.
  • Den eigenen Rhythmus finden – Grundlage für gesunden Schlaf: Regelmäßigkeit, Chronotypen beachten Mittagsschlaf mit Bedacht
  • Das Schlafzimmer als Ort der Ruhe gestalten: Dunkelheit; Frische Luft; Angenehme Temperatur; Ruhe
  • Gewohnheiten hinterfragen: Rituale statt Schlafmythen. Mythos „Schlummertrunk“; Mahlzeiten leicht statt schwer
Quelle:

Weitere Informationen zum Thema Schlafhygiene:
Mit ihrem aktualisierten Informationsangebot unterstützt die Stiftung Gesundheitswissen dabei, Schlafprobleme besser zu verstehen und alltagstaugliche Wege zu einem erholsameren Schlaf zu finden.

www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesunder-schlaf/besser-schlafen


Diabetesrisiko steigt mit höherem Konsum von Konservierungsstoffen

Lebensmittelkonservierungsstoffe werden vor allem in industriell verarbeiteten Lebensmitteln und Getränken verwendet, um deren Haltbarkeit zu verlängern. Ein erhöhter Konsum dieser Konservierungsstoffe wurde nun mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Die Erkenntnisse stammen aus einer Studie aus Frankreich. Sie basieren auf Gesundheits- und Ernährungsdaten von mehr als 100.000 Erwachsenen, die an der NutriNet-Santé-Kohortenstudie teilnahmen, und wurden in der Fachzeitschrift “Nature Communications” veröffentlicht.

Zwei Kategorien an Konservierungsstoffen untersucht

Konservierungsstoffe gehören zur Gruppe der Lebensmittelzusatzstoffe. Von den 3,5 Millionen Lebensmitteln und Getränken, die 2024 in der Datenbank „Open Food Facts“ aufgeführt waren, enthielten mehr als 700.000 mindestens einen dieser Stoffe. In der aktuellen Studie wurden Zusatzstoffe mit konservierenden Eigenschaften in zwei Kategorien eingeteilt: Nicht-Antioxidantien und Antioxidantien. Erstere hemmen das mikrobielle Wachstum oder verlangsamen die chemischen Veränderungen, die zum Verderb von Lebensmitteln führen. Letztere reduzieren den Sauerstoffgehalt in der Verpackung. Auf Verpackungen entsprechen sie in der Regel europäischen Kennzeichnungen zwischen E200 und E299 (für Konservierungsstoffe im engeren Sinne) und zwischen E300 und E399 (für antioxidative Zusatzstoffe).
Bisherige experimentelle Studien deuteten darauf hin, dass bestimmte Konservierungsstoffe Zellen und DNA schädigen und den Stoffwechsel beeinträchtigen können. Auch der Konsum von (ultra)hochprozessierten Lebensmittel und die gesundheitlichen Auswirkungen stehen derzeit im Fokus vieler Untersuchungen und Diskussionen (wir berichteten). Ein Forschungsteam unter der Leitung von Mathilde Touvier, Forschungsdirektorin des französischen Institut national de la santé et de la recherche médicale (Inserm), wollte deshalb den Zusammenhang zwischen speziell dem Konsum dieser Konservierungsstoffe und Typ-2-Diabetes untersuchen.

47 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes

Insgesamt 58 Konservierungsstoffe wurden in den Ernährungsprotokollen der Teilnehmenden nachgewiesen, darunter 33 Konservierungsstoffe im engeren Sinne und 27 antioxidative Zusatzstoffe. Ein höherer Konsum von Konservierungsmitteln im Allgemeinen, im Vergleich zum niedrigsten Konsumniveau, war demnach mit einem um 47 Prozent erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden. Einzeln betrachtet war das Risiko für Typ-2-Diabetes durch den erhöhten Konsum von nicht-antioxidativen Konservierungsmitteln um 49 Prozent und den erhöhten Konsum von antioxidativen Zusatzstoffen um 40 Prozent erhöht.
Neben der Gesamtmenge wurden auch 17 Substanzen einzeln im Hinblick auf die untersuchte Pathologie analysiert. Diese 17 Konservierungsstoffe wurden von mindestens zehn Prozent der Studienteilnehmenden konsumiert. Unter ihnen war ein höherer Konsum von zwölf mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden:
  • nicht-antioxidative Konservierungsstoffe: Kaliumsorbat (E202), Kaliummetabisulfit (E224), Natriumnitrit (E250), Essigsäure (E260), Natriumacetate (E262) und Calciumpropionat (E282)
  • antioxidative Zusatzstoffe: Natriumascorbat (E301), Alpha-Tocopherol (E307), Natriumerythorbat (E316), Zitronensäure (E330), Phosphorsäure (E338) und Rosmarinextrakte (E392)

Verbraucher sollten frische Lebensmittel bevorzugen

„Dies ist die weltweit erste Studie zu den Zusammenhängen zwischen Konservierungsmitteln und dem Auftreten von Typ-2-Diabetes. Obwohl die Ergebnisse noch bestätigt werden müssen, stimmen sie mit experimentellen Daten überein, die auf die schädliche Wirkung einiger dieser Verbindungen hindeuten“, erklärt Touvier. Damit bestätige die Arbeit die Empfehlungen an die Verbraucher, frische Lebensmittel zu bevorzugen und auf unnötige Zusatzstoffe möglichst zu verzichten, ergänzt sie. Auch müsse über mögliche Maßnahmen seitens der Politik nachgedacht werden, wie die Verwendung und der Konsum solcher Zusatzstoffe beschränkt werden könnte.

Über die NutriNet-Santé-Studie

Zwischen 2009 und 2023 gaben 108.723 freiwillige Studienteilnehmende Auskunft über ihre Krankengeschichte, soziodemografische Daten, ihre körperliche Aktivität sowie Informationen zu ihrem Lebensstil und Gesundheitszustand. Bei 1131 der Teilnehmenden wurde ein Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Außerdem lieferten die Teilnehmenden regelmäßig detaillierte Informationen zu ihrem Lebensmittelkonsum, indem sie den Wissenschaftlern vollständige Aufzeichnungen über mehrere 24-Stunden-Zeiträume übermittelten, einschließlich der Namen und Marken der konsumierten Lebensmittel. Diese Informationen wurden mit verschiedenen Datenbanken (Open Food Facts, Oqali, EFSA) abgeglichen. Kombiniert mit Messungen von Zusatzstoffen in Lebensmitteln und Getränken konnte so die Exposition der Teilnehmenden gegenüber Zusatzstoffen, insbesondere Konservierungsmitteln, im Verlauf der Studie beurteilt werden.
Die soziodemografischen Profile der Teilnehmenden, ihr Tabak- und Alkoholkonsum, die Nährstoffqualität ihrer Ernährung (Kalorien, Zucker, Salz, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe usw.) sowie zahlreiche weitere Faktoren, die die untersuchten Zusammenhänge hätten beeinflussen können, wurden in den Analysen brücksichtigt. An der Studie beteiligt sind Inserm, INRAE, die Sorbonne Paris Nord, die Universität Paris Cité und das Cnam im Rahmen des Forschungsteams für Ernährungsepidemiologie (CRESS-EREN).
© Biermann Medizin / MedCon Health Contents GmbH


Männer mit Typ-2-Diabetes sollten ihren Testosteronwert kennen

Des Mannes „Königshormon“, das Testosteron, spielt eine wichtige Rolle für seine allgemeine Gesundheit. Wenn der Testosteronspiegel immer weiter sinkt, kann es zu typischen Testosteronmangel-Symptomen wie Libidoverlust, Potenzstörungen, aber auch zu anderen untypischeren Symptomen wie Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Burnout-Gefühl bis hin zu Depressionen kommen. Was viele Betroffene nicht wissen, ist, dass ein Testosteronmangel auch das Entstehen eines Typ-2-Diabetes begünstigen kann. Deshalb sollten insbesondere Typ-2-Diabetiker ihren Testosteronwert kennen.

Ein Testosteronmangel kommt häufiger vor als Man(n) denkt

Möglicherweise geht es Ihnen auch so: Man(n) fühlt sich nicht krank, aber irgendetwas stimmt nicht. Sie fühlen sich unwohl, antriebslos, haben Muskeln abgebaut und an Körperfett zugenommen. Dahinter könnte ein Testosteronmangel stecken. Sie würden es vielleicht nicht vermuten, aber mit einem Testosteronmangel können ernsthafte gesundheitliche und Lebensqualitäts-Einschränkungen einhergehen. Diese sind jedoch vermeidbar, weil es gute und einfache Behandlungsmöglichkeiten gibt. In Deutschland ist etwa jeder vierte Mann um die 60 davon betroffen. Wichtig zu wissen ist, dass auch jüngere Männer einen symptomatischen Testosteronmangel (medizinisch:Hypogonadismus) entwickeln können

Frühzeitig aktiv werden

Um herauszufinden, ob ein Testosteronmangel vorliegt, ist unter www.testocheck.de

für Männer jeden Alters ein von Expertinnen und Experten entwickelter kostenfreier anonymer Online-Selbsttest verfügbar. Anhand weniger Fragen können Sie ermitteln, ob bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für einen Testosteronmangel besteht. Wenn der Test auf einen Testosteronmangel hindeutet, Sie vielleicht etwas übergewichtig sind und/oder einen Typ-2-Diabetes haben, sollten Sie sich umgehend an eine hausärztliche, urologische oder andrologische Praxis wenden und Ihren Testosteronwert checken lassen. Er lässt sich mittels einer einfachen Blutuntersuchung ermitteln, die zweimal morgens vor 11 Uhr erfolgen sollte.

Das Leben wieder genießen

Die gute Nachricht ist: Wenn der Wert zu niedrig ist und zudem anhaltende Testosteronmangel-Symptome vorliegen, kann eine Therapie verordnet werden, die von den Krankenkassen erstattet wird. Nach wenigen Wochen kehren häufig als erstes Libido und Antriebskraft zurück. Die übrigen Symptome bessern sich in der Regel nach drei bis sechs Monaten. In Deutschland haben sich zwei Therapieoptionen bewährt: Testosteron-Gele, die der Patient einmal täglich auf die Haut aufträgt, oder langwirksame Testosteroninjektionen, die alle 10 bis 14 Wochen in der Arztpraxis verabreicht werden.

Auf den Testosteronwert achten – Lebensqualität erhalten

Leiden Sie unter Testosteronmangel-Symptomen? Machen Sie jetzt den anonymen und kostenlosen Testocheck!

Quelle: Besins Healthcare Germany GmbH