Innere Uhr und Herzgesundheit

Die Gesundheit von Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel werden durch unsere inneren Uhr und unseren Tagesrhythmus beeinflusst. In einer wissenschaftlichen Stellungnahme stellt die amerikanische Herzgesellschaft wesentliche Faktoren vor, die auf unseren Rhythmus einwirken und ihn aus dem Takt bringen können. Dadurch können Übergewicht und Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Hypertonie, Herzinfarkt und Schlaganfall begünstigt werden.

Unser Tagesrhythmus spiegelt unsere Lebenswirklichkeit wider, er steht aber nicht zwingend in Einklang mit unserer inneren Uhr, die auch als zirkadianes System oder zirkadianer Rhythmus bezeichnet wird. Das zirkadiane System besteht aus einem zentralen Taktgeber im Gehirn, dem suprachiasmatischen Nukleus (SCN) im Hypothalamus. Hinzu kommen über den Körper verteilt weitere Taktgeber bis hin zu verschiedenen Genen und ihren Produkten. Der wesentliche Taktgeber für den SCN ist Licht, das auf die Netzhaut trifft. Auf diese Weise wird der innere Rhythmus an den äußeren Tagesrhythmus gekoppelt.

Zirkadianer Rhythmus und was ihn beeinflusst
In einer wissenschaftlichen Stellungnahme stellte nun die amerikanische Herzgesellschaft wesentliche Faktoren vor, die auf unseren Rhythmus einwirken und ihn aus dem Takt bringen können. Ein wichtiger Faktor, der unseren zirkadianen Rhythmus beeinflusst, ist unser Chronotyp. Hierbei unterscheidet man Frühtypen (sog. Lerchen) von Spättypen (sog. Eulen). Störungen des zirkadianen Rhythmus können entstehen, wenn der Chronotyp nicht mit dem eigenen Verhalten und dem Tagesrhythmus übereinstimmt. Wenn Menschen mit spätem Chronotyp z. B. früher aufstehen müssen, als es ihre innere Uhr vorgibt, stehen sie in ihrer biologischen Nachtruhe auf.

Zirkadiane Rhythmusstörungen können auch durch Erkrankungen, Schichtdienst sowie Sport oder Mahlzeiten zur falschen Zeit hervorgerufen werden.

Störungen des zirkadianen Systems und ihre Auswirkungen
Störungen des zirkadianen Rhythmus können unseren Stoffwechsel beeinträchtigen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Unstimmigkeiten zwischen innerer Uhr und Tagesrhythmus gelten als etablierter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Einer Metaanalyse zufolge haben Schichtarbeiter ein um 17 % erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Umgekehrt sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einer sehr guten Übereinstimmung von innerem und äußerem Rhythmus. Der zirkadiane Rhythmus ist an der Steuerung von Stoffwechsel, Energieverbrauch und Appetit beteiligt. Störungen des zirkadianen Rhythmus können auf diesem Weg das Risiko für Übergewicht und Diabetes erhöhen. Zirkadiane Rhythmusstörungen nehmen außerdem Einfluss auf die Blutdruckregulation und das Risiko für Bluthochdruck. Schichtarbeit steigert beispielsweise das Hochdruckrisiko, während die frühere und regelmäßige Einnahme von Mahlzeiten das Risiko senkt.

Sport und zirkadianer Rhythmus
Sporteinheiten können, ja nachdem wann sie stattfinden, zu Rhythmusverschiebungen führen. Sport am Morgen oder frühen Nachmittag können den Rhythmus nach vorne verschieben, während abendliche Sporteinheiten ihn nach hinten verschieben können. Das Ausmaß der Verschiebung ist dabei vom Chronotyp abhängig. Sportliche Aktivität sorgt zudem für eine bessere Übereinstimmung der im Körper verteilten Taktgeber.

Inneren und äußeren Rhythmus in Einklang bringen
Zentraler Punkt der Stellungnahme der amerikanischen Herzgesellschaft: Das zirkadiane System spielt eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit. Das Timing der für die innere Uhr wichtigen Faktoren – Lichteinwirkung, Mahlzeiten und Sport – sollte sich dabei nicht nur an der tatsächlichen Uhrzeit, sondern auch am jeweiligen Chronotyp orientieren. So kann man auch die eigene Gesundheit positiv beeinflussen.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

„Lass dich checken“: Warum regelmäßiges Blutdruckmessen so wichtig ist

Bluthochdruck (Hypertonie) gehört zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Bei dieser Krankheit ist der Blutdruck in den Arterien dauerhaft erhöht, was auf lange Sicht das Herz und die Blutgefäße schädigen kann. Leider bleiben diese Schäden oft unbemerkt, da Bluthochdruck selten Symptome verursacht. Erst die schwerwiegenden Konsequenzen, die aus unbehandeltem Bluthochdruck resultieren können – wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen – zwingen viele Menschen dazu, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es ist deshalb von herausragender Wichtigkeit, den eigenen Blutdruck regelmäßig zu messen (oder messen zu lassen) und im Falle erhöhter Werte sofort einen Arzt aufzusuchen, um die körperliche Gesundheit zu erhalten.

Bluthochdruck verstehen und kontrollieren
Die Deutsche Herzstiftung erklärt in vielen umfassenden Expertenschriften, wie Sie Ihren Blutdruck korrekt messen können (zum Beispiel: Wann? Wie? Mit welchen Messgeräten?) und welche Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen. Anlässlich des Welthypertonietags können Sie nun all diese wertvollen Informationen in einem kostenlosen Infopaket kompakt und übersichtlich zusammengefasst erhalten. Bestellen Sie jetzt und lassen Sie sich von den Experten der Deutschen Herzstiftung dabei unterstützen, Ihre Gesundheit optimal zu schützen.

Quelle: Deutsche Herzstiftung

Zum kostenlosen Info-Paket:

herzstiftung.de/service-und-aktuelles/publikationen-und-medien/welthypertonietag


 

Mehr Bewegung im Alltag – Videos im Internet

Das Diabetesinformationsportal diabinfo.de ist ein gemeinsames Angebot von Helmholtz Munich, des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung.

Initiiert wurde es vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).

Sanfte Übungen im Sitzen
youtube.com/watch?v=pGExUHZZjLY

Einfache Übungen im Stehen:
youtube.com/watch?v=1cFKnIO1too

Mehr Bewegung im Alltag – Teil 1
youtube.com/watch?v=cYPI1Panm1Y

Mehr Bewegung im Alltag – Teil 2
youtube.com/watch?v=jPzhOd7g6Xw


 

Phototherapie beschleunigt Heilung von diabetischen Fußwunden

Eine aktuelle Metaanalyse mit 28 Studien konnte zeigen, dass die Anwendung von rotem und infrarotem Licht als begleitende Therapie bei diabetischen Fußwunden die Heilungsrate signifikant verbessert, die Durchblutung steigert und Schmerzen reduziert.

Insgesamt wurden 28 Studien mit 1 471 Menschen in die Analyse aufgenommen. Die Metaanalyse zeigte, dass die mit rotem und infrarotem Licht behandelten Gruppen eine signifikant höhere Heilungsrate der Fußwunden erreichten. Darüber hinaus war die Heilungszeit der Fußwunden signifikant kürzer (Mittelwertdifferenz, MD: 18,52; 95 % KI: 8,58 – 28,47; p < 0,00001). Auch die maximale Blutflussgeschwindigkeit in der Arteria dorsalis pedis stieg messbar an (MD: 6,54; 95 % KI: 4,01 – 9,08; p < 0,00001). Zusätzlich wurde eine signifikante Reduktion der Wundschmerzen festgestellt (MD: -4,33; 95 % KI: -4,94 – -3,71; p < 0,00001). Hinsichtlich der Häufigkeit von Nebenwirkungen bestand kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Phototherapie und der Kontrollgruppe (Odds Ratio, OR: 0,32, 95 % KI: 0,09 – 1,17; p = 0,08).

Die Anwendung von rotem und infrarotem Licht als begleitende Therapie eines diabetischen Fußsyndroms erwies sich als wirksamer als eine alleinige konventionelle Wundversorgung. Sie verbesserte nicht nur die Heilungsrate, sondern verkürzte auch die Behandlungsdauer, steigerte die Durchblutung und linderte Schmerzen. Das Risiko für Nebenwirkungen wurde nicht erhöht. Dennoch bestehen Einschränkungen aufgrund der Qualität und der Größe der eingeschlossenen Studien. Weitere klinische Studien sind erforderlich, um die vorliegenden positiven Ergebnisse zu bestätigen.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

Metaanalyse: Gastrointestinale Nebenwirkungen von Abnehmwirkstoffen

Die neuen Abnehmwirkstoffe (GLP-1 RA) können bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas wirksam das Gewicht reduzieren, können jedoch mit gastrointestinalen unerwünschten Ereignissen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung einhergehen. Die Risiken unterscheiden sich allerdings je nach Wirkstoff, fand ein systematischer Review mit Netzwerk-Metaanalyse.

In den systematischen Review mit Metaanalyse wurden 39 Studien mit insgesamt 33 354 Studienteilnehmern aufgenommen. Die häufigsten gastrointestinalen unerwünschten Ereignisse waren Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung. Alle untersuchten GLP-1-Rezeptor-Agonisten gingen mit einem signifikanten Anstieg des Risikos für Übelkeit einher. Das höchste Risiko zeigte sich bei Orforglipron, gefolgt von Exenatid, Tirzepatid, Semaglutid und Liraglutid. Liraglutid, Orforglipron, Semaglutid und Tirzepatid waren zudem mit einem erhöhten Risiko für Erbrechen verbunden, während Cagrilinitid und Exenatid keine signifikante Erhöhung zeigten. Exenatid, Cagrilinitid und Orforglipron waren nicht mit einem erhöhten Durchfallrisiko assoziiert. Semaglutid und Liraglutid erhöhten das Risiko für Verstopfung, während Cagrilinitid und Exenatid keine signifikante Zunahme zeigten.

Das Wissen über unterschiedliche Risikoprofile der Wirkstoffe könnte Ärzten helfen, Therapieentscheidungen fundierter zu treffen, indem sie individualisiert den therapeutischen Nutzen gegenüber möglichen Nebenwirkungen abwägen, so das Fazit der Autoren.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

Nährstoff-Timing beeinflusst Genaktivität im Fettgewebe

Wann Menschen Kohlenhydrate und Fette zu sich nehmen, scheint die Aktivität zahlreicher Gene im Fettgewebe zu beeinflussen. Somit könnten nicht nur Kalorienmenge und Nährstoffzusammensetzung, sondern auch das Nährstoff-Timing entscheidend zur Stoffwechselgesundheit beitragen.

Deutliche Unterschiede im Fettgewebe

Der Verzehr von fettreicher Kost am Morgen und kohlenhydratreicher Nahrung am Abend führte zu einer Verbesserung der Marker für die Insulinsensitivität im untersuchten Fettgewebe. Eine Verschiebung der Fettaufnahme in den Abend hingegen erhöhte die Aktivität von Entzündungsgenen. Das könnte ein Hinweis auf einen frühen proinflammatorischen Zustand im Fettgewebe sein, welcher als Risikofaktor für die Entstehung metabolischer Erkrankungen wie Adipositas und Typ-2-Diabetes gilt.

Quelle:
biermann-medizin.de/naehrstoff-timing-beeinflusst-genaktivitaet-im-fettgewebe/


 

Smartwatches erkennen Vorhofflimmern bei Risikopatienten 4-mal häufiger

Vorhofflimmern ist die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen und eine der wichtigsten Ursachen für Schlaganfälle. Aufgrund seines oft plötzlich auftretenden und wieder verschwindenden Verlaufs und der häufig fehlenden Beschwerden bleibt Vorhofflimmern oft lange unbemerkt. Tragbare Geräte wie Smartwatches bieten eine praktische und nicht invasive Möglichkeit, um diese Herzrhythmusstörung systematisch früh zu erkennen.

Die Smartwatch verfügte dabei über zwei wichtige Funktionen: Zum einen nutzte sie die Photoplethysmographie, eine Technik, die durch Lichtmessung die Pulswellen im Blut erfasst, um den Herzrhythmus zu kontrollieren. Zum anderen war sie mit einer Einkanal-Elektrokardiogramm-Funktion ausgestattet, einer vereinfachten Methode zur Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Herzens.

Die aufgezeichneten Elektrokardiogramme wurden innerhalb von 24 Stunden durch ein unabhängiges eHealth-Team ausgewertet. Der primäre Endpunkt war neu aufgetretenes Vorhofflimmern, definiert als bestätigte Episode von mindestens 30 Sekunden Dauer im Einkanal- oder Standard-Elektrokardiogramm.

Erhöhte Erkennungsrate von Vorhofflimmern mit Smartwatch
Die randomisierte kontrollierte Studie liefert Evidenz dafür, dass ein 6-monatiges Smartwatch-basiertes Screening die Detektionsrate von neu aufgetretenem Vorhofflimmern im Vergleich zur Standardversorgung bei Menschen mit erhöhtem Schlaganfallrisiko signifikant erhöht.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Darmkrebs-Risiko

Diabetes Typ 2 wirkt sich nicht nur auf Herz, Gefäße und Nerven aus, sondern begünstigt auch Darmkrebs. Studien zeigen: Menschen mit Typ-2-Diabetes erkranken bis zu 50 Prozent häufiger an einem kolorektalen Karzinom als Stoffwechselgesunde – und die Sterblichkeit ist ebenfalls erhöht. Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD) weist anlässlich des Darmkrebsmonats März darauf hin, dass Vorsorgeuntersuchungen und eine stabile Blutzuckereinstellung entscheidend sind, um Risiken entgegenzuwirken.

Beim Typ-2-Diabetes erhöht vor allem ein dauerhaft gestörtes Stoffwechselmilieu das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Gleichzeitig leiden viele Betroffene an Übergewicht und chronischen, oft unbemerkten Entzündungen im Körper. „Dieses Zusammenspiel setzt die Darmzellen unter Stress, regt ihre Vermehrung an und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus zunächst gutartigen Veränderungen Krebs entwickelt“, erklärt Sebastian Bittner, Vorstandsmitglied des VDBD und Diabetesberater an der m&i Fachklinik Bad Heilbrunn. Bei einem Typ-1-Diabetes zeige sich zwar ein leicht erhöhtes allgemeines Krebsrisiko, der Zusammenhang mit Darmkrebs ist in Studien jedoch deutlich schwächer und weniger konsistent abgebildet.

Vorsorge senkt die Erkrankungshäufigkeit deutlich

Darmkrebs entsteht meist über Jahre aus gutartigen Vorstufen. Werden diese frühzeitig entdeckt, können sie bei einer Darmspiegelung direkt entfernt werden. In einer großen US-Kohortenstudie lag die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei Menschen mit Diabetes Typ 2 insgesamt um 47 Prozent höher als bei Stoffwechselgesunden. Ohne Koloskopie war sie sogar mehr als verdoppelt. Wurde eine Darmspiegelung bei Diabetespatientinnen und -patienten durchgeführt, reduzierte sich der Zusammenhang der Erkrankungen deutlich.
Ein einfacher Einstieg in die Vorsorge ist der immunologische Stuhltest (iFOBT). Er weist verborgenes Blut im Stuhl nach, ist nicht invasiv und kann unkompliziert zu Hause durchgeführt werden. Dennoch nutzen in Deutschland nur etwa 10 bis 20 Prozent der Anspruchsberechtigten diese Angebote – deutlich weniger als in anderen europäischen Ländern. „Zu beachten ist allerdings, dass er nur etwa die Hälfte aller fortgeschrittenen Polypen erkennt und damit nicht die Darmspiegelung ersetzt, die wiederum mindestens 95 Prozent der invasiven Karzinome und zwischen 75 und 93 Prozent der fortgeschrittenen Adenome detektiert“, gibt Weiß zu Bedenken.

Gerade für Menschen mit Typ-2-Diabetes sollte die Darmkrebsvorsorge fester Bestandteil des Behandlungsplans sein. In Deutschland haben gesetzlich Krankenversicherte ab dem Alter von 50 Jahren Anspruch auf eine Vorsorgekoloskopie. „Viele wissen jedoch nicht, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen früher Anspruch auf eine Darmspiegelung haben“, so Dr. med. Maren Weiß, niedergelassene Gastroenterologin aus Berlin. So übernehmen Krankenkassen für Menschen mit erhöhtem Gefährdungsprofil, etwa familiärer Belastung, inzwischen auch die Kosten für eine Vorsorgekoloskopie vor dem 50. Lebensjahr – bei Männern teilweise ab 40, bei Frauen ab 45 Jahren. „Diabetes Typ 2 allein ist leider bislang kein Grund für ein früheres Screening – das wäre aufgrund des erhöhten Risikoprofils aber durchaus sinnvoll“, betont Weiß.

Blutzucker einstellen heißt Krebsrisiko senken

Eine große populationsbasierte Analyse zeigt: Eine optimale Einstellung der Blutzucker-Werte reduziert das Darmkrebsrisiko um etwa 28 Prozent im Vergleich zu schlecht eingestelltem Diabetes. Bei Langzeitblutzuckerwerten (HbA1c) über 7 Prozent steigt das Risiko stufenweise auf bis zu 58 Prozent.4 „Das zeigt uns, dass stabile Blutzuckerwerte nicht nur vor klassischen Folgeerkrankungen des Diabetes – wie Herzkreislauf-Problemen, Gefäß- und Organschäden – schützen, sondern auch der Krebsprävention zuträglich sind“, betont Bittner.

Krebsprävention beginnt im Alltag und in der Diabetesberatung

Diabetesberaterinnen und Diabetesberater können gemeinsam mit Patientinnen und Patienten prüfen, wie hoch das individuelle Risiko ist, ob es familiäre Belastungen gibt und wie gut der Stoffwechsel eingestellt ist. „Neben dem HbA1c ist es auch wichtig, erhöhte Blutzuckerspiegel etwa 2 Stunden nach dem Essen, die sogenannte postprandiale Hyperglykämien, eine viszerale Adipositas und eine unzureichende Ballaststoffzufuhr im Blick zu haben“, so Bittner. Denn: „Darmkrebsprävention beginnt nicht erst bei der Vorsorgeuntersuchung, sondern im Alltag – durch eine konsequente Stoffwechselkontrolle und einen gesundheitsfördernden Lebensstil.“ Schon kleine Anpassungen bei Ernährung, Bewegung und Vorsorge können die Darmgesundheit fördern und das Risiko für Darmkrebs aktiv senken.

Bittner appelliert: „Darmkrebsprävention gehört in jede Diabetesberatung. Wer Typ-2-Diabetes behandelt, muss auch über Krebsrisiken sprechen. Gute Beratung schafft Wissen – und Wissen rettet Leben.“

Ratgeber: Darmkrebs vorbeugen bei Diabetes – das können Sie tun

  1. Vorsorge nutzen: Stuhltest regelmäßig durchführen lassen, Darmspiegelung nicht aufschieben. Bei zusätzlicher familiärer Belastung frühzeitig ärztlich beraten lassen.
  2. Blutzucker stabil halten: HbA1c im vereinbarten Zielbereich anstreben und Therapie regelmäßig überprüfen.
  3. Bewegung und Ernährung: Mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche, ballaststoffreich essen, verarbeitetes, rotes Fleisch und Alkohol reduzieren.
  4. Beratung wahrnehmen: Individuelles Risiko mit dem Behandlungsteam besprechen.

Quelle: Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD)


 

Integration ernährungstherapeutischer Praxen in das nutriZert-Zertifizierungssystem – Einheitliches Qualitätssiegel jetzt auch für ernährungstherapeutische Praxen

Menschen mit ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Adipositas, Mangelernährung oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben es bislang oft schwer, qualitätsgesicherte ambulante Praxen für Ernährungstherapie zu finden. Verlässliche Informationen zu geeigneten Einrichtungen fehlen – sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Hausärztinnen und Hausärzte, die überweisen möchten. Das soll sich nun ändern: Erstmals können auch niedergelassene ernährungstherapeutische Praxen nach dem unabhängigen nutriZert-System zertifiziert werden. Damit stehen künftig bundesweit objektive und vergleichbare Informationen zu qualifizierten Angeboten der Ernährungstherapie zur Verfügung.

Einheitliches Qualitätssystem für die gesamte Versorgung
Zertifiziert werden nicht einzelne Personen, sondern die Strukturen und Abläufe der Einrichtungen. Geprüft wird unter anderem, ob die organisatorischen Voraussetzungen bestehen, um evidenzbasierte Ernährungstherapie nach dem German Nutrition Care Process (G-NCP) umzusetzen. Die Zertifizierung ergänzt damit den persönlichen Qualifikationsnachweis der Fachkräfte (E-Zert).

Zur Übersicht der zertifizierten Einrichtungen:

www.nutrizert.de/fuer-patient-innen/

Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM)


 

Zwei Tage Haferflocken senken Cholesterinspiegel

Eine kurzzeitige Haferkur scheint den Cholesterinspiegel überraschend stark senken zu können. In diese Richtung deutet eine Studie der Universität Bonn, die jetzt in der Zeitschrift Nature Communications erschienen ist. Die Versuchspersonen litten am metabolischem Syndrom – einer Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck sowie erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten. Sie nahmen zwei Tage eine kalorienreduzierte Kost zu sich, die fast ausschließlich aus Haferflocken bestand (300 Gramm Haferflocken täglich- 2 Tage lang! In Wasser aufgekocht, mit etwas Obst oder Gemüse verfeinern). Gegenüber einer Kontrollgruppe verbesserten sich ihre Cholesterinwerte daraufhin deutlich. Selbst nach sechs Wochen ließ sich dieser Effekt noch nachweisen. Offenbar beeinflusste die Diät die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm. Die von ihnen produzierten Stoffwechselprodukte scheinen maßgeblich zu den positiven Wirkungen beizutragen.

Quelle:
uni-bonn.de