Der BSVS Gesundheitstag 2026

Augenmerk auf … Potential Sehen, was möglich ist
Stärken erkennen, Wege eröffnen

Wann?
26.09.2026, 09-17 Uhr

Wo?
Deutsches Hygiene-Museum Dresden

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e. V. (BSVS e. V.) lädt herzlich zu einem besonderen Aktionstag ein, der Perspektiven öffnet und Chancen sichtbar macht. Im Mittelpunkt stehen Menschen mit Behinderungen und ihre beruflichen Möglichkeiten, ebenso wie Unternehmen, die Vielfalt als Stärke begreifen. Freuen Sie sich auf inspirierende Vorträge, Infostände und persönlichen Austausch auf Augenhöhe. Entdecken Sie Kompetenzen, knüpfen Sie Kontakte und erleben Sie, wie inklusive Teilhabe gelingen kann. Sehen, was möglich ist und gemeinsam Zukunft gestalten.

 

Alle Informationen zum Gesundheitstag des BSVS e. V. inklusive vollständigem Programm, einen Überblick zu den Themen der Vorträge sowie den Referierenden und Informationen zu allen Ausstellenden finden Sie im Internet unter der Webadresse:
www.bsv-sachsen.de/aktionstag/aktionstag2026/
Kontakt: E-Mail: veranstaltung(at)bsv-sachsen.de

Telefon: 0351 80 90 611


Patiententag für Kinder und Jugendliche mit einer Diabeteserkrankung und ihre Eltern

Der DDB Landesverband und die
SHG diabetischer Kinder und Jugendliche Chemnitz laden Sie und Ihre Angehörigen und Freunde herzlich ein zum

Patiententag für Kinder und Jugendliche mit einer Diabeteserkrankung und ihre Eltern

10.10.2026 in Chemnitz, Luxor, Hartmannstraße 11, 09113 Chemnitz
Eintritt ist frei!
Programm:
10.00 Uhr Begrüßung
10.10 Uhr Vortrag: „Ketone verstehen – das sollten Sie wissen.“
Jasmin Gündüz – Firma Abbott
11.00 Uhr Vortrag „Diabetes- neue Möglichkeiten“
11.45 Uhr Vortrag zu AID und Closed-Loop-Systemen
12:30 Uhr Diabetes und Pubertät
13.00 Uhr Ausstellerpräsentationen
Wir danken der Firma Abbott für die freundliche Unterstützung.
Abbott Logo

 

 


 

Gestern war Welt-Sepsis-Tag: Viele Todesfälle wären vermeidbar

Eine Sepsis, umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt, ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland; nur Herz-Kreislauf- und Krebstodesfälle sind häufiger. Dennoch wird die Erkrankung dramatisch unterschätzt. Aufseiten der Betroffenen, aber auch auf ärztlicher und pflegerischer Seite fehle oft das Bewusstsein dafür, wie eine Sepsis sich ankündige und wie schnell sie zu kritischen Zuständen führen könne, mahnt die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH). Die DGCH setzt auf die Unterstützung durch Künstliche Intelligenz (KI), um Todesfälle künftig zu vermeiden. Erste KI-Anwendungen werden bereits erfolgreich in der Sepsis-Früherkennung eingesetzt, betont die Dachgesellschaft anlässlich des Welt-Sepsis-Tages am 13. September 2026.

Beinahe jeder fünfte Todesfall in Deutschland hängt mit einer Sepsis zusammen, wie die Auswertung von Sterblichkeitszahlen kürzlich ergeben hat. Damit steht Deutschland im internationalen Vergleich nicht gut da – in Ländern wie Norwegen, der Schweiz oder Dänemark haben Betroffene deutlich bessere Chancen, eine Sepsis zu überleben.

Zu einer Sepsis kommt es, wenn Krankheitserreger oder ihre Stoffwechselprodukte in großer Menge in den Blutstrom gelangen. Meist handelt es sich dabei um Bakterien, aber auch Viren, Pilze oder Parasiten können eine Sepsis auslösen. Zum Problem wird letztlich eine überschießende Reaktion des Immunsystems, in deren Folge es zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufzusammenbruch mit Versagen mehrerer Organe kommen kann. „Der Laie verbindet eine solche außer Kontrolle geratene Infektion meist mit äußeren Verletzungen wie verunreinigten Wunden“, sagt DGCH-Präsident Professor Dr. med. Jens Werner. „Viel häufiger sind aber Blutvergiftungen, die sich aus inneren Erkrankungen wie einer Lungenentzündung oder einem einfachen Harnwegsinfekt entwickeln.“
Anfängliche Symptome werden leicht übersehen
Unter anderem deshalb, aber auch weil die Symptome einer Sepsis zunächst eher unspezifisch sind, wird sie von Betroffenen leicht übersehen. Anfängliche Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost und eine starke Abgeschlagenheit können schließlich auch bei unproblematischen Infekten auftreten. „Symptome wie Benommenheit, Verwirrung, Herzrasen und Atemnot sollten aber definitiv als Warnsignale ernst genommen werden“, betont der DGCH-Präsident. Eine sich entwickelnde Sepsis sei immer ein Notfall, bei dem jede Minute zähle, um ein völliges Kreislaufversagen und bleibende Schäden abzuwenden.

Doch selbst im Krankenhaus gelingt die Früherkennung nicht zuverlässig, und lebensnotwendige Therapien wie eine sofortige Antibiotika-Gabe, die Identifizierung und Beseitigung des Infektionsherdes sowie die Unterstützung des Kreislaufs durch Infusionen erfolgen oft erst zu spät. „Dieses Manko ist lange bekannt, eine Trendwende ist bislang jedoch leider ausgeblieben“, konstatiert Werner. Das ändere sich nun möglicherweise – denn der Bereich biete sich für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) geradezu an. „Letztlich geht es hier um Mustererkennung, eine Fähigkeit, in der die KI dem Menschen überlegen ist“, sagt Werner.

Verschiedene KI-Anwendungen sind schon in der Erprobung
Derzeit werden in etlichen Kliniken im In- und Ausland KI-Tools erprobt, die sepsis-typische „Muster“ in Patientendaten wie Körpertemperatur, Blutwerten, Vitalparametern und der bisherigen Krankengeschichte aufspüren. Pilotstudien hierzu gibt es etwa in Wien und – mit einer in den USA bereits zugelassenen KI – in mehreren US-Krankenhäusern. In Deutschland hat beispielsweise das Universitätsklinikum Leipzig das AMPEL-Projekt ins Leben gerufen, dessen KI das Sepsis-Risiko automatisch anhand des kleinen Blutbildes berechnet, das in der Regel für jede Klinikpatientin und Klinikpatienten vorliegt. Die AMPEL-KI schätzte das Sepsis-Risiko in 80 bis 84 Prozent der Fälle richtig ein, zusammen mit dem Sepsis-Marker Procalcitonin lag die Vorhersagegenauigkeit sogar bei fast 86 Prozent.

Einen anderen Weg gehen Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) Heidelberg, die – ganz unblutig und in Sekundenschnelle – mit einer speziellen Kamera das Abstrahlungsspektrum der Haut auch jenseits des sichtbaren Lichtes erfassen. Damit kann die Durchblutung der kleinsten Blutgefäße in der Haut sichtbar gemacht werden, die sich bereits in einem sehr frühen Sepsis-Stadium verändert. Eine entsprechend geschulte KI erkannte anhand dieser Aufnahmen immerhin 80 Prozent der Sepsis-Fälle. Kombiniert mit weiteren klinischen Daten ließ sich dieser Wert auf 94 Prozent steigern.

Sepsis ohne Schock: Neue Leitlinie empfiehlt erste Diagnostik innerhalb von drei Stunden
Als besonders wertvoll dürften sich langfristig Systeme erweisen, die auf ohnehin vorliegende elektronische Daten zugreifen, permanent im Hintergrund laufen und ungefragt Alarm schlagen. „Damit wird das Problem umgangen, dass eine Sepsis viel zu selten überhaupt in Betracht gezogen wird“, betont Werner. Ein erfolgreicher KI-Einsatz könnte auch mehr Zeit verschaffen, um bei einer beginnenden Sepsis das kurze Fenster von drei Stunden für eine erste Diagnostik zu nutzen, wie die aktualisierte S3-Leitlinie zur Sepsis nun empfiehlt. „Bei einer Sepsis ohne Schock sollen unter anderem rasch angesetzte Blutkulturen oder entsprechende Bildgebung eine gezieltere Therapie ermöglichen und unnötige Antibiotikagaben vermeiden helfen“, so der DGCH-Präsident. Nur wenn die Sepsis immer als Möglichkeit mitgedacht werde – sei es durch Menschen oder eine KI – ließen sich viele Todesfälle und bleibende Schäden vermeiden.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)


 

Jede Infektion kann zu Sepsis führen – wer ist gefährdet?

Sowohl bakterielle als auch virale Infektionen der Atemwege und anderer Organe können zu einer Sepsis führen. Infizierte Wunden sind nicht die häufigste Ursache einer Sepsis.
Menschen mit Diabetes sind besonders gefährdet, denn erhöhte Blutzuckerwerte schwächen das Immunsystem und die Durchblutung. Wunden heilen langsamer, Infektionen (z. B. an Füßen, Harnwegen, Lunge) treten häufiger auf oder werden später erkannt.

Weitere Risiko-Gruppen

  • Menschen über 60 Jahre, Früh- oder Neugeborene und Kinder
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen, z. B. der Lunge, Leber oder des Herzens
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem, z. B. Krebs-, Dialyse- oder AIDS-Patienten
  • Menschen ohne Milz
  • ungeimpfte Menschen z. B. gegen Grippe, Pneumokokken, COVID-19 und Meningokokken
Ernährung als Schlüssel zur Verzögerung der Hautalterung
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Ernährungsfaktoren zentrale Prozesse der Hautalterung beeinflussen können. Die Ernährung wird daher zunehmend als ein veränderbarer Schlüsselfaktor für die Hautalterung anerkannt.

Besser essen, jüngere Haut?

Insgesamt wurden 61 Studien in die Metaanalyse einbezogen. Signifikant reduzierte Falten fanden sich mit Einnahme von Kollagen, Lipiden und Fettsäuren sowie Polyphenolen. Mehrere Interventionen konnten signifikant die Hautfeuchtigkeit verbessern, darunter Kollagen, Lipide und Fettsäuren, Polyphenole sowie Präbiotika und Probiotika.
  • Kollagen: z. B. aus tierischen Quellen wie Fischhaut, Rinderhaut
  • Lipide und Fettsäuren: z. B Omega-3 aus fettem Meeresfisch wie Lachs oder Makrele, aus Leinöl, Chiasamen, Walnüssen
  • Polyphenole: z. B. aus grünem Tee, Beeren, dunkler Schokolade, Olivenöl, Trauben, Äpfeln
  • Carotinoide: z. B. aus Karotten, Tomaten, Süßkartoffeln, Spinat, Paprika
  • Präbiotika: z. B. aus ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Chicorée, Zwiebeln, Knoblauch, Bananen, Vollkornprodukten
  • Probiotika: z. B. aus fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi
  • Vitamine: je nach Vitamin aus Obst, Gemüse, Nüssen, Vollkornprodukten, tierischen Produkten.
Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


Wie Zyklus, Schwangerschaft und Wechseljahre den Diabetes beeinflussen

Plötzlich Herzklopfen, Schweiß auf der Stirn, innere Unruhe: Ist das „nur“ eine Hitzewallung – oder eine Unterzuckerung? Für Frauen mit Diabetes kann diese Frage entscheidend sein. Diabetes trifft Frauen anders als Männer. So können Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre oder das Polyendokrine Metabolische Ovarialsyndrom (PMOS) – von dem etwa jede achte Frau betroffen ist – den Blutzucker beeinflussen und Risiken erhöhen. Umso wichtiger sind eine geschlechtersensible Versorgung und Beratung

Viele Frauen kennen es: Der Körper folgt nicht jeden Tag demselben Plan. Beim Diabetes kann das besonders spürbar werden. Hormone wie Östrogen und Progesteron beeinflussen, wie gut Insulin wirkt. So kann in der zweiten Zyklushälfte der Insulinbedarf um bis zu 15 Prozent steigen. Doch moderne Pumpensysteme erfassen diese Schwankungen bislang kaum. „Viele Frauen leisten hier jeden Monat Feinarbeit an ihrer Therapie, indem sie manuell nachsteuern müssen“, sagt Professorin Dr. med. Susanne Reger-Tan, Klinikdirektorin der Klinik für Diabetologie und Endokrinologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät OWL der Universität Bielefeld, und Mitglied im Kuratorium der VDBD AKADEMIE. „Sie beobachten, vergleichen, korrigieren – und brauchen dafür eine Beratung, die diese hormonellen Veränderungen ernst nimmt.“

PMOS: Wenn mehr dahintersteckt als Zyklusprobleme

Auch das Polyendokrine Metabolische Ovarialsyndrom (PMOS), früher Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS), zeigt, wie eng Hormone, Gewicht, Blutzucker und Herzgesundheit zusammenhängen. PMOS betrifft etwa jede achte Frau. Dennoch bleibt es bei vielen lange unerkannt. „Der neue Name macht sichtbar, dass es nicht nur um Eierstöcke geht, sondern dass es eine Multisystemerkrankung mit starken Stoffwechselveränderungen ist“, erklärt Reger-Tan. Für Betroffene kann eine Diagnose entlastend sein: Ihre Beschwerden haben einen Namen und sie können gezielter beraten werden – auch in Bezug auf mögliche gesundheitliche Risiken.

Wechseljahre: Nicht jede Wallung ist harmlos!

In den Wechseljahren wird Diabetes für viele Frauen noch unberechenbarer. Der Östrogenspiegel sinkt, die Insulinwirkung verändert sich, die Werte schwanken. Rund zwei Drittel der Frauen mit Typ-1-Diabetes berichteten in einer Untersuchung nach der Menopause über instabilere Glukosewerte. Besonders tückisch: Schwitzen, Zittern und Herzklopfen können sich anfühlen wie eine Hitzewallung – oder wie eine Unterzuckerung. „Im Zweifel sollte immer zuerst der Glukosewert geprüft werden“, sagt Reger-Tan. „Eine Unterzuckerung darf nicht übersehen werden.“

Schwangerschaftsdiabetes – kein persönliches Versagen

Auch in der Schwangerschaft kann Diabetes plötzlich mitten ins Leben platzen. Aus Vorfreude wird Sorge und viele Frauen fragen sich: Habe ich etwas falsch gemacht? Habe ich meinem Kind geschadet? Dabei ist Schwangerschaftsdiabetes in vielen Fällen hormonell mitbedingt und kein persönliches Versagen.

Rund 10 Prozent der Schwangeren sind betroffen. Nach der Geburt normalisieren sich die Blutzuckerwerte häufig. Doch das Risiko für einen späteren Typ-2-Diabetes bleibt sieben- bis achtfach erhöht. Trotzdem nehmen nur etwa 40 Prozent der Frauen den empfohlenen Zuckertest sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt wahr. „Frauen brauchen auch nach der Schwangerschaft keine Schuldzuweisungen, sondern konkrete Präventionsangebote, die sich nach den individuellen Bedürfnissen der Familie richten“, sagt Dr. rer. medic. Judith Scholler-Sachs, MSc Diabeteswissenschaften, Diabetesberaterin DDG, Hebamme und Adiposiologin aus Hückelhoven. „Gute Beratung erklärt, entlastet und zeigt, wie Mutter und Kind vor einer Diabetes Erkrankung möglichst langfristig geschützt werden können.“

77 Minuten Diabetes im Kopf

Diabetes ist nicht vorbei, wenn der Arzttermin endet. Er sitzt mit am Frühstückstisch, begleitet den Arbeitstag und meldet sich oft abends noch einmal im Kopf. In einer Befragung von 503 Erwachsenen mit Diabetes gaben Betroffene an, im Schnitt 77 Minuten täglich aktiv an ihre Erkrankung zu denken. Frauen nannten im Median 60 Minuten, Männer hingegen nur 30 Minuten.„Für viele Frauen ist Diabetes eine weitere Aufgabe auf einer ohnehin langen inneren Liste“, sagt Laura Klinker, Psychologin am Diabetes Zentrum Bad Mergentheim. Mahlzeiten planen, Werte prüfen, Familienkonfilkte schlichten, Termine im Blick behalten, Familie organisieren, “funktionieren”: Diese mentale Last bleibt oft unsichtbar. Studien berichten, dass Frauen mit Diabetes höhere diabetesbezogene Belastungen, mehr diabetesbezogene Stigmatisierung und geringere Lebensqualität zeigen als Männer mit Diabetes. Welche Rolle hier die mentale Mehrfachbelastung genau bei Frauen mit Diabetes spielt, bedarf noch mehr Forschung.“

Wenn Beschwerden abgetan werden

Viele Frauen erleben zudem, dass ihre Beschwerden nicht sofort ernst genommen werden. Symptome werden als Stress, Psyche oder Hormone eingeordnet. Fachleute sprechen von Medical Gaslighting. „Wenn Frauen später diagnostiziert oder weniger konsequent behandelt werden, ist das kein Einzelfallproblem“, sagt Theresia Schoppe, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des VDBD, Diabetesberaterin und Oecotrophologin B.Sc. am Diabetes Zentrum Bad Mergentheim. „Es ist ein Versorgungsproblem.“

Dass diese Lücke messbar ist, zeigen Daten aus fast 20.000 Menschen mit Typ-2-Diabetes und Herz-, Gefäß- oder Nierenerkrankung: Frauen erhielten Medikamente zum Schutz von Herz und Nieren seltener als Männer; weibliches Geschlecht senkte die Chance auf eine leitliniengerechte Therapie um 33 Prozent. Ein weiteres Modell mit Daten aus mehr als 200.000 Therapiestarts zeigt: Eine an individuellen Merkmalen orientierte Medikamentenwahl kann das Risiko für Therapieversagen über fünf Jahre um 38 Prozent senken.

Was Frauen mit Diabetes wissen sollten

Der VDBD rät Frauen mit Diabetes, Veränderungen im Körper nicht als Nebensache abzutun. Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre, Schlaf, Stress und seelische Belastung können die Therapie beeinflussen. Wer unklare Symptome spürt, sollte den Glukosewert prüfen. Wer nach Schwangerschaftsdiabetes entbunden hat, sollte die Nachsorge fest einplanen. Und wer sich dauerhaft erschöpft fühlt, darf und sollte das in der Beratung ansprechen.

Denn Diabetesberatung bedeutet nicht nur, Werte zu erklären. Sie kann helfen, Muster zu erkennen, Fragen zu sortieren und Frauen in Lebensphasen zu begleiten, in denen der Diabetes plötzlich neue Regeln schreibt. „Wenn sich der Diabetes plötzlich anders anfühlt, ist das kein Grund für Selbstvorwürfe, sondern dafür, genauer hinzuschauen – gemeinsam mit Ärztinnen, Ärzten und Diabetesberatung“, bilanziert Schoppe.

Quelle: Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD)


 

Hagel- und Gerstenkörner – wann harmlos, wann gefährlich?

Gersten- und Hagelkörner zählen zu den häufigsten Augenleiden überhaupt, die bei vielen Menschen mindestens einmal im Leben auftreten. Meist sind die korngroßen Schwellungen an Ober- oder Unterlid zwar lästig und schmerzhaft, aber harmlos, und sie heilen von allein ab. Doch bei Menschen unter anderem mit Hauterkrankungen, allergischer Neigung, Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem können sich die Lider immer wieder neu entzünden. In seltenen Fällen kann eine hartnäckige Schwellung auch auf eine erste Tumorerkrankung hinweisen-
  • Antibiotische Augensalben nur beim Gerstenkorn
  • Wirksames Hausmittel: Kompressen mit schwarzem Tee
  • Hormonelle Umstellungsphasen triggern Hagelkörner
  • Tipp: Tägliche Lidkantenpflege unter der warmen Dusche
  • Faktoren meiden, die Entzündungen begünstigen
Mehr Infos:
Quelle: DOG


Blausäure und Cadmium in Leinsamen

Leinsamen gelten als Superfood: Sie liefern Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine und Mineralstoffe. Weniger bekannt ist, dass sie von Natur aus sogenannte cyanogene Glykoside enthalten. Werden Leinsamen gekaut, geschrotet oder gemahlen, kann daraus Blausäure (Cyanwasserstoff) freigesetzt werden. In größeren Mengen aufgenommen, kann Blausäure Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen. Schwere Vergiftungen sind zwar selten, in sehr hohen Mengen aber möglich. Beim Backen oder Kochen wird das Risiko deutlich reduziert, da Blausäure leicht verdampft und die für ihre Freisetzung verantwortlichen Enzyme durch Hitze inaktiviert werden.Neben Blausäure können Leinsamen auch relevante Mengen des Schwermetalls Cadmium enthalten. Auch deshalb empfiehlt das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), die tägliche Aufnahme für Erwachsene auf maximal 20 Gramm zu begrenzen.

Bei Beachtung der Verzehrempfehlung von geschroteten Leinsamen für Erwachsene von maximal 15–20 g pro Tag (1 gestrichener Esslöffel entspricht ca. 6 g geschroteten Leinsamen) sind laut Einschätzung des BfR aus toxikologischer Sicht gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten. Rohverzehr größerer Mengen sollte vermieden werden. Darüber hinaus wird empfohlen entsprechend gekennzeichnete Produkte („Nur zum Kochen und Backen verwenden. Nicht roh verzehren!“) erst nach der notwendigen Verarbeitung zu verzehren, um bedenkliche Aufnahmemengen an Blausäure auszuschließen. Bei einem Kleinkind mit einem Körpergewicht von 15 kg wäre die ARfD bereits ab einer Aufnahmemenge von 6 g Leinsamen vollständig ausgeschöpft.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

5-Punkte-Plan für den Notfall – das sollte mit auf Reisen

  • 1. Diabetes- oder Notfallausweis: Am besten mehrsprachig oder mit Übersetzung in die Landessprache. So erkennen Helferinnen und Helfer im Ernstfall schneller, dass ein Diabetes vorliegt.
  • 2. Ärztliches Attest: Wer Insulin, Spritzen, Pens, Pumpenzubehör, Sensoren oder Messgeräte mitnimmt, sollte für Flug- und Grenzkontrollen eine ärztliche Bescheinigung dabeihaben. Darin sollte stehen, dass die medizinischen Hilfsmittel notwendig sind.
  • 3. Schnell wirksame Kohlenhydrate: Traubenzucker, Saft oder kleine Snacks gehören griffbereit ins Handgepäck. Sie helfen, wenn der Blutzucker unterwegs zu stark sinkt.
  • 4. Notfallmedikamente und Ersatzmaterial: Je nach Therapie können eine Glukagonspritze, Ersatzbatterien, ein zweites Messgerät, zusätzliche Teststreifen, Sensoren oder Pumpenzubehör sinnvoll sein. Das Behandlungsteam kann vor der Reise klären, was individuell gebraucht wird.
  • 5. Hilfe vor Ort planen: Vor der Abreise sollten Reisende prüfen, wo am Urlaubsort ärztliche Hilfe erreichbar ist und ob die Auslandskrankenversicherung auch diabetische Notfälle abdeckt. Hilfreich sind zudem einfache Sätze in der Landessprache, etwa: „Ich habe Diabetes“, „Ich brauche Zucker“ oder „Ich brauche ärztliche Hilfe“.
Quelle: Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD)