Wie Zyklus, Schwangerschaft und Wechseljahre den Diabetes beeinflussen

Plötzlich Herzklopfen, Schweiß auf der Stirn, innere Unruhe: Ist das „nur“ eine Hitzewallung – oder eine Unterzuckerung? Für Frauen mit Diabetes kann diese Frage entscheidend sein. Diabetes trifft Frauen anders als Männer. So können Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre oder das Polyendokrine Metabolische Ovarialsyndrom (PMOS) – von dem etwa jede achte Frau betroffen ist – den Blutzucker beeinflussen und Risiken erhöhen. Umso wichtiger sind eine geschlechtersensible Versorgung und Beratung

Viele Frauen kennen es: Der Körper folgt nicht jeden Tag demselben Plan. Beim Diabetes kann das besonders spürbar werden. Hormone wie Östrogen und Progesteron beeinflussen, wie gut Insulin wirkt. So kann in der zweiten Zyklushälfte der Insulinbedarf um bis zu 15 Prozent steigen. Doch moderne Pumpensysteme erfassen diese Schwankungen bislang kaum. „Viele Frauen leisten hier jeden Monat Feinarbeit an ihrer Therapie, indem sie manuell nachsteuern müssen“, sagt Professorin Dr. med. Susanne Reger-Tan, Klinikdirektorin der Klinik für Diabetologie und Endokrinologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät OWL der Universität Bielefeld, und Mitglied im Kuratorium der VDBD AKADEMIE. „Sie beobachten, vergleichen, korrigieren – und brauchen dafür eine Beratung, die diese hormonellen Veränderungen ernst nimmt.“

PMOS: Wenn mehr dahintersteckt als Zyklusprobleme

Auch das Polyendokrine Metabolische Ovarialsyndrom (PMOS), früher Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS), zeigt, wie eng Hormone, Gewicht, Blutzucker und Herzgesundheit zusammenhängen. PMOS betrifft etwa jede achte Frau. Dennoch bleibt es bei vielen lange unerkannt. „Der neue Name macht sichtbar, dass es nicht nur um Eierstöcke geht, sondern dass es eine Multisystemerkrankung mit starken Stoffwechselveränderungen ist“, erklärt Reger-Tan. Für Betroffene kann eine Diagnose entlastend sein: Ihre Beschwerden haben einen Namen und sie können gezielter beraten werden – auch in Bezug auf mögliche gesundheitliche Risiken.

Wechseljahre: Nicht jede Wallung ist harmlos!

In den Wechseljahren wird Diabetes für viele Frauen noch unberechenbarer. Der Östrogenspiegel sinkt, die Insulinwirkung verändert sich, die Werte schwanken. Rund zwei Drittel der Frauen mit Typ-1-Diabetes berichteten in einer Untersuchung nach der Menopause über instabilere Glukosewerte. Besonders tückisch: Schwitzen, Zittern und Herzklopfen können sich anfühlen wie eine Hitzewallung – oder wie eine Unterzuckerung. „Im Zweifel sollte immer zuerst der Glukosewert geprüft werden“, sagt Reger-Tan. „Eine Unterzuckerung darf nicht übersehen werden.“

Schwangerschaftsdiabetes – kein persönliches Versagen

Auch in der Schwangerschaft kann Diabetes plötzlich mitten ins Leben platzen. Aus Vorfreude wird Sorge und viele Frauen fragen sich: Habe ich etwas falsch gemacht? Habe ich meinem Kind geschadet? Dabei ist Schwangerschaftsdiabetes in vielen Fällen hormonell mitbedingt und kein persönliches Versagen.

Rund 10 Prozent der Schwangeren sind betroffen. Nach der Geburt normalisieren sich die Blutzuckerwerte häufig. Doch das Risiko für einen späteren Typ-2-Diabetes bleibt sieben- bis achtfach erhöht. Trotzdem nehmen nur etwa 40 Prozent der Frauen den empfohlenen Zuckertest sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt wahr. „Frauen brauchen auch nach der Schwangerschaft keine Schuldzuweisungen, sondern konkrete Präventionsangebote, die sich nach den individuellen Bedürfnissen der Familie richten“, sagt Dr. rer. medic. Judith Scholler-Sachs, MSc Diabeteswissenschaften, Diabetesberaterin DDG, Hebamme und Adiposiologin aus Hückelhoven. „Gute Beratung erklärt, entlastet und zeigt, wie Mutter und Kind vor einer Diabetes Erkrankung möglichst langfristig geschützt werden können.“

77 Minuten Diabetes im Kopf

Diabetes ist nicht vorbei, wenn der Arzttermin endet. Er sitzt mit am Frühstückstisch, begleitet den Arbeitstag und meldet sich oft abends noch einmal im Kopf. In einer Befragung von 503 Erwachsenen mit Diabetes gaben Betroffene an, im Schnitt 77 Minuten täglich aktiv an ihre Erkrankung zu denken. Frauen nannten im Median 60 Minuten, Männer hingegen nur 30 Minuten.„Für viele Frauen ist Diabetes eine weitere Aufgabe auf einer ohnehin langen inneren Liste“, sagt Laura Klinker, Psychologin am Diabetes Zentrum Bad Mergentheim. Mahlzeiten planen, Werte prüfen, Familienkonfilkte schlichten, Termine im Blick behalten, Familie organisieren, “funktionieren”: Diese mentale Last bleibt oft unsichtbar. Studien berichten, dass Frauen mit Diabetes höhere diabetesbezogene Belastungen, mehr diabetesbezogene Stigmatisierung und geringere Lebensqualität zeigen als Männer mit Diabetes. Welche Rolle hier die mentale Mehrfachbelastung genau bei Frauen mit Diabetes spielt, bedarf noch mehr Forschung.“

Wenn Beschwerden abgetan werden

Viele Frauen erleben zudem, dass ihre Beschwerden nicht sofort ernst genommen werden. Symptome werden als Stress, Psyche oder Hormone eingeordnet. Fachleute sprechen von Medical Gaslighting. „Wenn Frauen später diagnostiziert oder weniger konsequent behandelt werden, ist das kein Einzelfallproblem“, sagt Theresia Schoppe, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des VDBD, Diabetesberaterin und Oecotrophologin B.Sc. am Diabetes Zentrum Bad Mergentheim. „Es ist ein Versorgungsproblem.“

Dass diese Lücke messbar ist, zeigen Daten aus fast 20.000 Menschen mit Typ-2-Diabetes und Herz-, Gefäß- oder Nierenerkrankung: Frauen erhielten Medikamente zum Schutz von Herz und Nieren seltener als Männer; weibliches Geschlecht senkte die Chance auf eine leitliniengerechte Therapie um 33 Prozent. Ein weiteres Modell mit Daten aus mehr als 200.000 Therapiestarts zeigt: Eine an individuellen Merkmalen orientierte Medikamentenwahl kann das Risiko für Therapieversagen über fünf Jahre um 38 Prozent senken.

Was Frauen mit Diabetes wissen sollten

Der VDBD rät Frauen mit Diabetes, Veränderungen im Körper nicht als Nebensache abzutun. Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre, Schlaf, Stress und seelische Belastung können die Therapie beeinflussen. Wer unklare Symptome spürt, sollte den Glukosewert prüfen. Wer nach Schwangerschaftsdiabetes entbunden hat, sollte die Nachsorge fest einplanen. Und wer sich dauerhaft erschöpft fühlt, darf und sollte das in der Beratung ansprechen.

Denn Diabetesberatung bedeutet nicht nur, Werte zu erklären. Sie kann helfen, Muster zu erkennen, Fragen zu sortieren und Frauen in Lebensphasen zu begleiten, in denen der Diabetes plötzlich neue Regeln schreibt. „Wenn sich der Diabetes plötzlich anders anfühlt, ist das kein Grund für Selbstvorwürfe, sondern dafür, genauer hinzuschauen – gemeinsam mit Ärztinnen, Ärzten und Diabetesberatung“, bilanziert Schoppe.

Quelle: Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD)


 

Hagel- und Gerstenkörner – wann harmlos, wann gefährlich?

Gersten- und Hagelkörner zählen zu den häufigsten Augenleiden überhaupt, die bei vielen Menschen mindestens einmal im Leben auftreten. Meist sind die korngroßen Schwellungen an Ober- oder Unterlid zwar lästig und schmerzhaft, aber harmlos, und sie heilen von allein ab. Doch bei Menschen unter anderem mit Hauterkrankungen, allergischer Neigung, Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem können sich die Lider immer wieder neu entzünden. In seltenen Fällen kann eine hartnäckige Schwellung auch auf eine erste Tumorerkrankung hinweisen-
  • Antibiotische Augensalben nur beim Gerstenkorn
  • Wirksames Hausmittel: Kompressen mit schwarzem Tee
  • Hormonelle Umstellungsphasen triggern Hagelkörner
  • Tipp: Tägliche Lidkantenpflege unter der warmen Dusche
  • Faktoren meiden, die Entzündungen begünstigen
Mehr Infos:
Quelle: DOG


Blausäure und Cadmium in Leinsamen

Leinsamen gelten als Superfood: Sie liefern Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine und Mineralstoffe. Weniger bekannt ist, dass sie von Natur aus sogenannte cyanogene Glykoside enthalten. Werden Leinsamen gekaut, geschrotet oder gemahlen, kann daraus Blausäure (Cyanwasserstoff) freigesetzt werden. In größeren Mengen aufgenommen, kann Blausäure Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen. Schwere Vergiftungen sind zwar selten, in sehr hohen Mengen aber möglich. Beim Backen oder Kochen wird das Risiko deutlich reduziert, da Blausäure leicht verdampft und die für ihre Freisetzung verantwortlichen Enzyme durch Hitze inaktiviert werden.Neben Blausäure können Leinsamen auch relevante Mengen des Schwermetalls Cadmium enthalten. Auch deshalb empfiehlt das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), die tägliche Aufnahme für Erwachsene auf maximal 20 Gramm zu begrenzen.

Bei Beachtung der Verzehrempfehlung von geschroteten Leinsamen für Erwachsene von maximal 15–20 g pro Tag (1 gestrichener Esslöffel entspricht ca. 6 g geschroteten Leinsamen) sind laut Einschätzung des BfR aus toxikologischer Sicht gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten. Rohverzehr größerer Mengen sollte vermieden werden. Darüber hinaus wird empfohlen entsprechend gekennzeichnete Produkte („Nur zum Kochen und Backen verwenden. Nicht roh verzehren!“) erst nach der notwendigen Verarbeitung zu verzehren, um bedenkliche Aufnahmemengen an Blausäure auszuschließen. Bei einem Kleinkind mit einem Körpergewicht von 15 kg wäre die ARfD bereits ab einer Aufnahmemenge von 6 g Leinsamen vollständig ausgeschöpft.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

5-Punkte-Plan für den Notfall – das sollte mit auf Reisen

  • 1. Diabetes- oder Notfallausweis: Am besten mehrsprachig oder mit Übersetzung in die Landessprache. So erkennen Helferinnen und Helfer im Ernstfall schneller, dass ein Diabetes vorliegt.
  • 2. Ärztliches Attest: Wer Insulin, Spritzen, Pens, Pumpenzubehör, Sensoren oder Messgeräte mitnimmt, sollte für Flug- und Grenzkontrollen eine ärztliche Bescheinigung dabeihaben. Darin sollte stehen, dass die medizinischen Hilfsmittel notwendig sind.
  • 3. Schnell wirksame Kohlenhydrate: Traubenzucker, Saft oder kleine Snacks gehören griffbereit ins Handgepäck. Sie helfen, wenn der Blutzucker unterwegs zu stark sinkt.
  • 4. Notfallmedikamente und Ersatzmaterial: Je nach Therapie können eine Glukagonspritze, Ersatzbatterien, ein zweites Messgerät, zusätzliche Teststreifen, Sensoren oder Pumpenzubehör sinnvoll sein. Das Behandlungsteam kann vor der Reise klären, was individuell gebraucht wird.
  • 5. Hilfe vor Ort planen: Vor der Abreise sollten Reisende prüfen, wo am Urlaubsort ärztliche Hilfe erreichbar ist und ob die Auslandskrankenversicherung auch diabetische Notfälle abdeckt. Hilfreich sind zudem einfache Sätze in der Landessprache, etwa: „Ich habe Diabetes“, „Ich brauche Zucker“ oder „Ich brauche ärztliche Hilfe“.
Quelle: Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD)


Jede fünfte Person in Deutschland weist Zeichen einer chronischen Venenerkrankung auf

Mit steigenden Temperaturen klagen viele Menschen über schwere, müde oder geschwollene Beine. Was häufig als lästige Begleiterscheinung des Sommers wahrgenommen wird, kann für Menschen mit Venenerkrankungen zur Belastung werden. Beinschwellungen sollten nicht grundsätzlich als typische Sommerbeschwerden abgetan werden. Sie können ein Hinweis auf eine lebensgefährliche Thrombose, Erkrankungen des Herzens oder der Nieren sein. Wenn ein Bein schwillt, ist das ein Warnsignal, tritt die Schwellung nur an einem Bein auf, gilt das als klares Warnsignal. Dabei könnte es sich um eine Beinvenenthrombose handeln, die rasch gefäßmedizinisch abgeklärt werden sollte. Besonders gefährlich wird es, wenn zusätzlich Atemnot, Brustschmerzen oder Herzrasen auftreten.

Quelle: DGG


 

Kleine Verletzungen im Urlaub nicht unterschätzen – Warum Sonnenbrand, Schnittwunden und Verbrennungen bei Diabetes den Stoffwechsel belasten können

Ein Sonnenbrand nach einem Strandtag, ein kleiner Schnitt am Fuß oder eine Verbrennung am Campingkocher wirken im Urlaub oft harmlos. Für Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 können solche Verletzungen jedoch den Glukosestoffwechsel beeinflussen und das Risiko für Infektionen erhöhen. Besonders aufmerksam sollten Menschen mit einer diabetischen Neuropathie sein, da sie Verletzungen an den Füßen häufig erst spät bemerken. Die gemeinnützige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe gibt Tipps für einen sicheren Urlaub.

Kleine Verletzungen bedeuten für den Körper Stress. Er schüttet Hormone wie Adrenalin und Cortisol aus, die den Glukosespiegel ansteigen lassen können. Gleichzeitig können Entzündungen und Schmerzen die Wirkung des Insulins vorübergehend verändern. „Viele Menschen mit insulinbehandeltem Diabetes denken bei einem Sonnenbrand oder einer Schnittwunde zunächst nicht an mögliche Folgen für den Stoffwechsel. Doch Schmerzen und Entzündungen können den Glukosespiegel beeinflussen. Deshalb sollten Betroffene in solchen Situationen häufiger messen und Wunden gut beobachten“, sagt Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe aus Bad Mergentheim.

Sonnenbrand ist mehr als ein Hautproblem

Wer sich im Urlaub einen Sonnenbrand zuzieht, belastet nicht nur die Haut. Schmerzen, Entzündungen und Flüssigkeitsverlust können sich ebenfalls auf den Glukosestoffwechsel auswirken. Bei ausgeprägtem Sonnenbrand können zudem Beschwerden wie Erschöpfung oder Fieber auftreten. Menschen mit Diabetes tun daher gut daran, ausreichend zu trinken, die Sonne in der Mittagshitze zu meiden und Sonnenschutz konsequent anzuwenden.
Schnittwunden und Verbrennungen nicht auf die leichte Schulter nehmen
Ob beim Obstschneiden, Grillen oder Kochen auf dem Campingplatz – kleine Schnittverletzungen wirken mitunter zunächst harmlos. Bei Menschen mit Diabetes können Wunden jedoch langsamer heilen und sich leichter infizieren. „Eine kleine Schnitt- oder Brandverletzung sollte desinfiziert und in den folgenden Tagen kontrolliert werden. Nehmen Rötung, Schwellung oder Schmerzen zu oder tritt Fieber auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden“, so Haak.

Barfuß am Strand? Bei Neuropathie besser nicht

Besondere Vorsicht gilt für Menschen mit einer diabetischen Neuropathie. Durch das verminderte Schmerzempfinden bleiben Verletzungen häufig unbemerkt. Ein Seeigelstachel, eine Muschel oder eine Glasscherbe können sich in den Fuß bohren, ohne dass Betroffene dies sofort bemerken. Bleiben Fremdkörper in der Haut, können Entzündungen entstehen. „Wer eine diabetische Neuropathie hat, läuft am Strand oder auf Felsen idealerweise nicht barfuß. Ein kleiner Fremdkörper im Fuß kann sich unbemerkt zu einer ernsthaften Infektion entwickeln“, erklärt Haak. Deshalb die Füße im Urlaub täglich kontrollieren – insbesondere nach Strandbesuchen oder Wanderungen.

Schmerzmittel: bei CGM-Systemen auf mögliche Messabweichungen achten
Nach einer Verletzung greifen viele Menschen zu Schmerzmitteln. Paracetamol verändert den Glukosestoffwechsel zwar in der Regel nicht. Bei einzelnen CGM-Systemen können unter Paracetamol-Einnahme aber Messabweichungen auftreten. „Wer nach einer Verletzung Paracetamol einnimmt und ein CGM-System nutzt, sollte die produktspezifischen Herstellerangaben beachten und bei unplausiblen Werten zusätzlich blutig messen“, rät Haak.

Urlaub entspannt genießen

Mit etwas Aufmerksamkeit lassen sich viele Probleme vermeiden. Dazu gehört, Verletzungen möglichst vorzubeugen, Wunden frühzeitig zu versorgen und den Glukosespiegel bei Schmerzen, Entzündungen oder Hitze häufiger zu kontrollieren. „Wer auch kleine Verletzungen ernst nimmt und bei Veränderungen des Stoffwechsels rechtzeitig reagiert, schafft gute Voraussetzungen, den Urlaub sicher und möglichst sorgenfrei zu genießen“, sagt Haak. Zudem tragen stabil eingestellte Glukosewerte dazu bei, Infektionsrisiken zu verringern und die Wundheilung zu unterstützen.

Weitere Informationen rund um das Thema Reisen mit Diabetes finden Interessierte hier:

https://www.diabetesde.org/reisen-menschen-diabetes

https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/diabetes_dolmetscher

Quelle: diabetesDE


 

Viele Urlauber schützen sich falsch vor Sonne

Ein hoher Lichtschutzfaktor schützt nicht automatisch vor Sonnenbrand:

Checkliste: Sonnenschutz auf Reisen

  • Mindestens LSF 30, bei intensiver Sonne besser LSF 50 verwenden
  • Sonnencreme etwa 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne auftragen
  • Ausreichend eincremen: Erwachsene benötigen etwa drei bis vier Esslöffel pro Anwendung
  • Nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen regelmäßig nachcremen
  • Auch bei Wolken, Wind und in den Bergen an UV-Schutz denken
  • Zusätzlich Hut, Sonnenbrille und möglichst dicht gewebte Kleidung tragen
  • Angebrochene Sonnencremes aus dem Vorjahr besser ersetzen
  • Sonnencreme zuerst auftragen, Mückenschutz erst danach verwenden
Quelle: DeutschesGesundheitsPortal
Zum Original-Artikel:

Mit den Temperaturen steigt für Ältere das Schlaganfallrisiko

Heiße Tage und tropische Nächte sind mehr als eine Belastungsprobe: Sie können für Herz und Gefäße gefährlich werden. „Schon ein Anstieg der Umgebungstemperatur um 1 Grad Celsius kann die Sterblichkeit durch Herzinfarkt und Schlaganfall messbar erhöhen“, sagt Professor Dr. med. Alexander Oberhuber von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG). Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Hinweise sprechen auch für ein erhöhtes Risiko bei Frauen.

Bei hohen Temperaturen versucht der Körper, Wärme über Haut und Schweiß abzugeben. Das schützt zunächst, kann aber auch zu Flüssigkeitsverlust führen. „Stärkeres Schwitzen führt zu Wasserverlust und Dehydration“, erklärt DGG-Experte Oberhuber. „Dadurch kann es zu einer Hämokonzentration kommen – das Blut wird durch den Verlust flüssiger Anteile gewissermaßen dickflüssiger.“ Dies könne die Bildung von Gerinnseln begünstigen und sei somit ein Risikofaktor für Schlaganfälle.“

Doch nicht nur Tageshitze, sondern vor allem auch tropische Nächte ohne ausreichende Kühlung sind problematisch. „Wenn sich der Körper nachts nicht ausreichend erholen kann, bleibt die Belastung für das Herz-Kreislauf-System bestehen – das erhöht nachweislich das Risiko für Schlaganfälle“, warnt Oberhuber. Besonders in Städten verstärken sogenannte Wärmeinseln diesen Effekt.

Quelle: Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e. V. (DGG)

Zum Original-Artikel:

www.gefaesschirurgie.de/


 

Online-Sehtests können Sehprobleme früh sichtbar machen – Stiftung Auge erklärt, warum sie den Augenarztbesuch nicht ersetzen

Digitale Gesundheitsangebote gewinnen auch in der Augenheilkunde zunehmend an Bedeutung: Immer mehr Menschen nutzen Online-Sehtests, um selbst das eigene Sehvermögen schnell und unkompliziert zu überprüfen. Sie können helfen, Veränderungen der Sehschärfe frühzeitig zu erkennen. Ihre Ergebnisse führen jedoch auch leicht zu falscher Sicherheit oder unnötiger Verunsicherung – denn weder ein gutes noch ein auffälliges Ergebnis erlaubt verlässliche Rückschlüsse auf die Gesundheit der Augen. Die Stiftung Auge erklärt, welche Chancen aber auch Grenzen digitale Sehtests haben und wann eine augenärztliche Abklärung besonders wichtig ist.

Online-Sehtests werden heute von verschiedenen Anbietern als Smartphone-App oder Browser-Anwendung bereitgestellt. Nutzerinnen und Nutzer prüfen dabei ihre Sehschärfe, indem sie Zahlen, Buchstaben oder Symbole auf dem Bildschirm erkennen müssen. Teilweise werden die Ergebnisse automatisch ausgewertet oder mit früheren Messungen verglichen. Allerdings sind die Ergebnisse stark von Faktoren wie der Bildschirmhelligkeit, Raumbeleuchtung oder dem richtigen Abstand zum Gerät abhängig, betont der Experte. Hier gibt es klare Vorgaben, die seitens der Anbieter kommuniziert und von den Nutzenden eingehalten werden müssen.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal

Zum Original-Artikel:

www.deutschesgesundheitsportal.de


 

Warum Barfußlaufen gefährlich werden kann

Mit nackten Füßen über warmen Sand laufen, durchs Gras spazieren oder auf der Terrasse barfuß die Sonne genießen: Was für die meisten selbstverständlich zum Sommer gehört, kann für Menschen mit Diabetes erhebliche gesundheitliche Risiken bergen. Warum bei ihnen bereits kleine Verletzungen an den Füßen schwerwiegende Folgen haben können, wieso diese Gefahr im Sommer besonders groß ist und welche Rolle Durchblutungsstörungen dabei spielen, erläutert Professor Dr. med. Farzin Adili auf der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG) am 8. Juni 2026. „Wer an Diabetes leidet, sollte seine Füße im Sommer schützen und keinesfalls barfuß laufen“, sagt Adili.

Bis zu 50 Prozent aller Menschen mit Diabetes entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung eine diabetische Neuropathie. Durch die Nervenschädigung werden Schmerz-, Druck- oder Temperaturempfindungen an den Füßen vermindert wahrgenommen oder gehen ganz verloren. „So können Blasen, Druckstellen, kleine Verletzungen oder Verbrennungen entstehen, ohne dass Betroffene dies sofort registrieren“, sagt Adili. Hinzu kommt, dass Menschen mit Diabetes ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko tragen, eine periphere arterielle Verschlusskrankheit zu entwickeln – eine Durchblutungsstörung, die die Wundheilung beeinträchtigt. „Treffen Nervenschädigung und Durchblutungsstörung aufeinander, kann sich am Fuß aus einer kleinen Verletzung schnell eine chronische Wunde entwickeln, ein Ulkus“, sagt Adili.

Wenn das Warnsignal Schmerz fehlt

Diese Gefahr besteht verstärkt im Sommer, wenn die Menschen gerne barfuß laufen. Denn an heißen Sommertagen heizen sich Asphalt, Steinplatten, Terrassenböden, Sand oder Metallflächen so stark auf, dass sie die Sohlen an den Füßen schädigen können. „Doch während gesunde Personen reflexartig reagieren und den Fuß zurückziehen, fehlt bei vielen Menschen mit diabetischer Nervenschädigung dieses Warnsignal“, betont Adili. Die Folge können thermische Verletzungen sein, die häufig erst entdeckt werden, wenn bereits eine Wunde entstanden ist. „Auch Muscheln, Dornen, Glassplitter oder Steinchen können unbemerkt kleine Verletzungen herbeiführen“, fügt der DGG-Vorsitzende hinzu.

Hohe Sterblichkeit beim diabetischen Fußgeschwür

Entstehen aus den Blessuren chronische Wunden, sprechen Experten und Expertinnen vom diabetischen Fußsyndrom – häufig der Beginn einer bedrohlichen Entwicklung. „Der diabetische Fuß ist keine Bagatelle, sondern eine schwere, potenziell lebensbedrohliche Komplikation des Diabetes mellitus“, betont Adili. Zahlen verdeutlichen dies: 30 Prozent der Betroffenen mit einem diabetischen Fußulkus sterben innerhalb von fünf Jahren. Auch gehen Fußulzera etwa 80 Prozent der Amputationen der unteren Extremität bei Menschen mit Diabetes voraus – nach einer Amputation oberhalb des Sprunggelenks („Majoramputation“) versterben wiederum 70 Prozent der Patientinnen und Patienten innerhalb von fünf Jahren. Pro Jahr finden rund 40.000 diabetesbedingte Amputationen in Deutschland statt.

Internationale Leitlinie rät vom Barfußlaufen ab

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die aktuelle internationale Leitlinie der International Working Group on the Diabetic Foot (IWGDF) Menschen mit Diabetes und erhöhtem Risiko für Fußulzera ausdrücklich, weder im Haus noch im Freien barfuß zu laufen. Auch vom Gehen in Socken oder dünnsohligen Hausschuhen wird abgeraten. „Nur geeignetes Schuhwerk mit fester Sohle und genügend Platz, aus weichem Material und ohne Innennähte schützt ausreichend vor mechanischen Verletzungen, Fremdkörpern und Hitzeschäden und gehört zu den wichtigsten Maßnahmen der Vorbeugung – auch im Sommer“, erläutert Adili.

Tägliche Inspektion, Durchblutung prüfen

Darüber hinaus rät die IWGDF-Leitlinie zur täglichen Kontrolle der Füße sowie zur konsequenten Hautpflege. Bei Auffälligkeiten muss früh gehandelt werden: „Rötungen, Blasen, Druckstellen, Einrisse oder Schwellungen, Geruch und Sekrete sollten immer ernst genommen und rasch ärztlich abgeklärt werden“, sagt Adili. Die DGG empfiehlt zudem, bei schlecht heilenden Wunden stets auch die Durchblutung überprüfen zu lassen. „Wundheilung beginnt nicht erst beim Verband – sie beginnt mit der Frage, ob ausreichend Blut im Gewebe ankommt“, betont Adili. Eine frühzeitige gefäßmedizinische Diagnostik könne helfen, Komplikationen zu vermeiden und die Heilungschancen deutlich zu verbessern.

Sommer genießen, Füße schützen

Die Sommer-Botschaft für Menschen mit Diabetes lautet daher: Die warme Jahreszeit genießen, aber die Füße mit Schuhwerk schützen – auch am Strand, im Garten, im Freibad oder auf heißen Untergründen. „Barfußlaufen stellt für Menschen mit Diabetes ein vermeidbares Risiko dar“, so Adili.

Quelle: Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e. V. (DGG)

Was ist das Diabetische Fußsyndrom?

www.youtube.com/watch?v=Lk0o-2e3FVE

 

Fußcheck Selbsttest

www.milgamma.de/fuss-check.html