Zwischen Food-Trends und Fachwissen: DGEM warnt vor Wildwuchs in der Ernährungstherapie
Ernährung ist allgegenwärtig – in sozialen Medien, in Lifestyle-Magazinen, in Fitness-Apps. Doch Detox-Versprechen und Influencer-Diäten ersetzen keine qualifizierte ernährungsmedizinische Beratung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM) warnt anlässlich der Malnutrition Awareness Week (MAW) 2025 vor dem wachsenden Wildwuchs unqualifizierter Ernährungsangebote und fordert, wissenschaftlich fundierte Ernährungstherapie als festen Bestandteil der medizinischen Versorgung zu verankern.
„Nicht jedes Instagram-Rezept heilt – wir brauchen geprüfte Qualität, keine Heilsversprechen“, sagt Dr. med. Gert Bischoff, Präsident der DGEM und Leitender Arzt am Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention am Krankenhaus Barmherzige Brüder in München. Die Ernährungsmedizin habe in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen, doch die Fülle an selbsternannten Expertinnen und Experten mache es Patientinnen und Patienten schwer, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden. Während auf der einen Seite falsche Trends dominieren, bleibt auf der anderen Seite ein lebensbedrohliches Problem oft unbeachtet: krankheitsbedingte Mangelernährung. In Deutschland sind 20 bis 30 Prozent der Klinikpatientinnen und -patienten betroffen, ebenso viele Menschen in Pflegeeinrichtungen. Die DGEM fordert, die Ernährungstherapie als verpflichtendes Strukturmerkmal in der Krankenhausreform zu verankern und die Finanzierung ernährungsmedizinischer Leistungen im ambulanten Bereich sicherzustellen.
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