Nährstoff-Timing beeinflusst Genaktivität im Fettgewebe

Wann Menschen Kohlenhydrate und Fette zu sich nehmen, scheint die Aktivität zahlreicher Gene im Fettgewebe zu beeinflussen. Somit könnten nicht nur Kalorienmenge und Nährstoffzusammensetzung, sondern auch das Nährstoff-Timing entscheidend zur Stoffwechselgesundheit beitragen.

Deutliche Unterschiede im Fettgewebe

Der Verzehr von fettreicher Kost am Morgen und kohlenhydratreicher Nahrung am Abend führte zu einer Verbesserung der Marker für die Insulinsensitivität im untersuchten Fettgewebe. Eine Verschiebung der Fettaufnahme in den Abend hingegen erhöhte die Aktivität von Entzündungsgenen. Das könnte ein Hinweis auf einen frühen proinflammatorischen Zustand im Fettgewebe sein, welcher als Risikofaktor für die Entstehung metabolischer Erkrankungen wie Adipositas und Typ-2-Diabetes gilt.

Quelle:
biermann-medizin.de/naehrstoff-timing-beeinflusst-genaktivitaet-im-fettgewebe/


 

Smartwatches erkennen Vorhofflimmern bei Risikopatienten 4-mal häufiger

Vorhofflimmern ist die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen und eine der wichtigsten Ursachen für Schlaganfälle. Aufgrund seines oft plötzlich auftretenden und wieder verschwindenden Verlaufs und der häufig fehlenden Beschwerden bleibt Vorhofflimmern oft lange unbemerkt. Tragbare Geräte wie Smartwatches bieten eine praktische und nicht invasive Möglichkeit, um diese Herzrhythmusstörung systematisch früh zu erkennen.

Die Smartwatch verfügte dabei über zwei wichtige Funktionen: Zum einen nutzte sie die Photoplethysmographie, eine Technik, die durch Lichtmessung die Pulswellen im Blut erfasst, um den Herzrhythmus zu kontrollieren. Zum anderen war sie mit einer Einkanal-Elektrokardiogramm-Funktion ausgestattet, einer vereinfachten Methode zur Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Herzens.

Die aufgezeichneten Elektrokardiogramme wurden innerhalb von 24 Stunden durch ein unabhängiges eHealth-Team ausgewertet. Der primäre Endpunkt war neu aufgetretenes Vorhofflimmern, definiert als bestätigte Episode von mindestens 30 Sekunden Dauer im Einkanal- oder Standard-Elektrokardiogramm.

Erhöhte Erkennungsrate von Vorhofflimmern mit Smartwatch
Die randomisierte kontrollierte Studie liefert Evidenz dafür, dass ein 6-monatiges Smartwatch-basiertes Screening die Detektionsrate von neu aufgetretenem Vorhofflimmern im Vergleich zur Standardversorgung bei Menschen mit erhöhtem Schlaganfallrisiko signifikant erhöht.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Darmkrebs-Risiko

Diabetes Typ 2 wirkt sich nicht nur auf Herz, Gefäße und Nerven aus, sondern begünstigt auch Darmkrebs. Studien zeigen: Menschen mit Typ-2-Diabetes erkranken bis zu 50 Prozent häufiger an einem kolorektalen Karzinom als Stoffwechselgesunde – und die Sterblichkeit ist ebenfalls erhöht. Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD) weist anlässlich des Darmkrebsmonats März darauf hin, dass Vorsorgeuntersuchungen und eine stabile Blutzuckereinstellung entscheidend sind, um Risiken entgegenzuwirken.

Beim Typ-2-Diabetes erhöht vor allem ein dauerhaft gestörtes Stoffwechselmilieu das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Gleichzeitig leiden viele Betroffene an Übergewicht und chronischen, oft unbemerkten Entzündungen im Körper. „Dieses Zusammenspiel setzt die Darmzellen unter Stress, regt ihre Vermehrung an und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus zunächst gutartigen Veränderungen Krebs entwickelt“, erklärt Sebastian Bittner, Vorstandsmitglied des VDBD und Diabetesberater an der m&i Fachklinik Bad Heilbrunn. Bei einem Typ-1-Diabetes zeige sich zwar ein leicht erhöhtes allgemeines Krebsrisiko, der Zusammenhang mit Darmkrebs ist in Studien jedoch deutlich schwächer und weniger konsistent abgebildet.

Vorsorge senkt die Erkrankungshäufigkeit deutlich

Darmkrebs entsteht meist über Jahre aus gutartigen Vorstufen. Werden diese frühzeitig entdeckt, können sie bei einer Darmspiegelung direkt entfernt werden. In einer großen US-Kohortenstudie lag die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei Menschen mit Diabetes Typ 2 insgesamt um 47 Prozent höher als bei Stoffwechselgesunden. Ohne Koloskopie war sie sogar mehr als verdoppelt. Wurde eine Darmspiegelung bei Diabetespatientinnen und -patienten durchgeführt, reduzierte sich der Zusammenhang der Erkrankungen deutlich.
Ein einfacher Einstieg in die Vorsorge ist der immunologische Stuhltest (iFOBT). Er weist verborgenes Blut im Stuhl nach, ist nicht invasiv und kann unkompliziert zu Hause durchgeführt werden. Dennoch nutzen in Deutschland nur etwa 10 bis 20 Prozent der Anspruchsberechtigten diese Angebote – deutlich weniger als in anderen europäischen Ländern. „Zu beachten ist allerdings, dass er nur etwa die Hälfte aller fortgeschrittenen Polypen erkennt und damit nicht die Darmspiegelung ersetzt, die wiederum mindestens 95 Prozent der invasiven Karzinome und zwischen 75 und 93 Prozent der fortgeschrittenen Adenome detektiert“, gibt Weiß zu Bedenken.

Gerade für Menschen mit Typ-2-Diabetes sollte die Darmkrebsvorsorge fester Bestandteil des Behandlungsplans sein. In Deutschland haben gesetzlich Krankenversicherte ab dem Alter von 50 Jahren Anspruch auf eine Vorsorgekoloskopie. „Viele wissen jedoch nicht, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen früher Anspruch auf eine Darmspiegelung haben“, so Dr. med. Maren Weiß, niedergelassene Gastroenterologin aus Berlin. So übernehmen Krankenkassen für Menschen mit erhöhtem Gefährdungsprofil, etwa familiärer Belastung, inzwischen auch die Kosten für eine Vorsorgekoloskopie vor dem 50. Lebensjahr – bei Männern teilweise ab 40, bei Frauen ab 45 Jahren. „Diabetes Typ 2 allein ist leider bislang kein Grund für ein früheres Screening – das wäre aufgrund des erhöhten Risikoprofils aber durchaus sinnvoll“, betont Weiß.

Blutzucker einstellen heißt Krebsrisiko senken

Eine große populationsbasierte Analyse zeigt: Eine optimale Einstellung der Blutzucker-Werte reduziert das Darmkrebsrisiko um etwa 28 Prozent im Vergleich zu schlecht eingestelltem Diabetes. Bei Langzeitblutzuckerwerten (HbA1c) über 7 Prozent steigt das Risiko stufenweise auf bis zu 58 Prozent.4 „Das zeigt uns, dass stabile Blutzuckerwerte nicht nur vor klassischen Folgeerkrankungen des Diabetes – wie Herzkreislauf-Problemen, Gefäß- und Organschäden – schützen, sondern auch der Krebsprävention zuträglich sind“, betont Bittner.

Krebsprävention beginnt im Alltag und in der Diabetesberatung

Diabetesberaterinnen und Diabetesberater können gemeinsam mit Patientinnen und Patienten prüfen, wie hoch das individuelle Risiko ist, ob es familiäre Belastungen gibt und wie gut der Stoffwechsel eingestellt ist. „Neben dem HbA1c ist es auch wichtig, erhöhte Blutzuckerspiegel etwa 2 Stunden nach dem Essen, die sogenannte postprandiale Hyperglykämien, eine viszerale Adipositas und eine unzureichende Ballaststoffzufuhr im Blick zu haben“, so Bittner. Denn: „Darmkrebsprävention beginnt nicht erst bei der Vorsorgeuntersuchung, sondern im Alltag – durch eine konsequente Stoffwechselkontrolle und einen gesundheitsfördernden Lebensstil.“ Schon kleine Anpassungen bei Ernährung, Bewegung und Vorsorge können die Darmgesundheit fördern und das Risiko für Darmkrebs aktiv senken.

Bittner appelliert: „Darmkrebsprävention gehört in jede Diabetesberatung. Wer Typ-2-Diabetes behandelt, muss auch über Krebsrisiken sprechen. Gute Beratung schafft Wissen – und Wissen rettet Leben.“

Ratgeber: Darmkrebs vorbeugen bei Diabetes – das können Sie tun

  1. Vorsorge nutzen: Stuhltest regelmäßig durchführen lassen, Darmspiegelung nicht aufschieben. Bei zusätzlicher familiärer Belastung frühzeitig ärztlich beraten lassen.
  2. Blutzucker stabil halten: HbA1c im vereinbarten Zielbereich anstreben und Therapie regelmäßig überprüfen.
  3. Bewegung und Ernährung: Mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche, ballaststoffreich essen, verarbeitetes, rotes Fleisch und Alkohol reduzieren.
  4. Beratung wahrnehmen: Individuelles Risiko mit dem Behandlungsteam besprechen.

Quelle: Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD)


 

Integration ernährungstherapeutischer Praxen in das nutriZert-Zertifizierungssystem – Einheitliches Qualitätssiegel jetzt auch für ernährungstherapeutische Praxen

Menschen mit ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Adipositas, Mangelernährung oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben es bislang oft schwer, qualitätsgesicherte ambulante Praxen für Ernährungstherapie zu finden. Verlässliche Informationen zu geeigneten Einrichtungen fehlen – sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Hausärztinnen und Hausärzte, die überweisen möchten. Das soll sich nun ändern: Erstmals können auch niedergelassene ernährungstherapeutische Praxen nach dem unabhängigen nutriZert-System zertifiziert werden. Damit stehen künftig bundesweit objektive und vergleichbare Informationen zu qualifizierten Angeboten der Ernährungstherapie zur Verfügung.

Einheitliches Qualitätssystem für die gesamte Versorgung
Zertifiziert werden nicht einzelne Personen, sondern die Strukturen und Abläufe der Einrichtungen. Geprüft wird unter anderem, ob die organisatorischen Voraussetzungen bestehen, um evidenzbasierte Ernährungstherapie nach dem German Nutrition Care Process (G-NCP) umzusetzen. Die Zertifizierung ergänzt damit den persönlichen Qualifikationsnachweis der Fachkräfte (E-Zert).

Zur Übersicht der zertifizierten Einrichtungen:

www.nutrizert.de/fuer-patient-innen/

Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM)


 

Zwei Tage Haferflocken senken Cholesterinspiegel

Eine kurzzeitige Haferkur scheint den Cholesterinspiegel überraschend stark senken zu können. In diese Richtung deutet eine Studie der Universität Bonn, die jetzt in der Zeitschrift Nature Communications erschienen ist. Die Versuchspersonen litten am metabolischem Syndrom – einer Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck sowie erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten. Sie nahmen zwei Tage eine kalorienreduzierte Kost zu sich, die fast ausschließlich aus Haferflocken bestand (300 Gramm Haferflocken täglich- 2 Tage lang! In Wasser aufgekocht, mit etwas Obst oder Gemüse verfeinern). Gegenüber einer Kontrollgruppe verbesserten sich ihre Cholesterinwerte daraufhin deutlich. Selbst nach sechs Wochen ließ sich dieser Effekt noch nachweisen. Offenbar beeinflusste die Diät die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm. Die von ihnen produzierten Stoffwechselprodukte scheinen maßgeblich zu den positiven Wirkungen beizutragen.

Quelle:
uni-bonn.de


 

Wie Hunger die Stimmung beeinflusst

Wenn wir hungrig sind, sinkt oft die Laune – ein Phänomen, das umgangssprachlich als „hangry“ bekannt ist. Eine neue Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Tübingen zeigt nun, dass dieser Zusammenhang nicht durch unbewusste Stoffwechselprozesse entsteht. Entscheidend ist vielmehr, dass der Energiemangel bewusst als Hunger wahrgenommen wird – erst dieses bewusste Hungergefühl führt zu schlechterer Stimmung. Die Ergebnisse sind nun in der Fachzeitschrift eBioMedicine erschienen.

Die Studie liefert damit neue Evidenz für die Bedeutung der sogenannten Interozeption – also der bewussten Wahrnehmung innerer Körperzustände – bei der Regulation von Emotionen. Personen, die Veränderungen ihres Glukosespiegels besonders genau wahrnahmen, zeigten zudem weniger Stimmungsschwankungen.„Viele Erkrankungen wie Depression oder Adipositas gehen mit veränderten Stoffwechselprozessen einher“, so Prof. Kroemer (Universitätsklinikum Tübingen/Universität Bonn). „Ein besseres Verständnis dafür, wie Körperwahrnehmung und Stimmung zusammenhängen, kann langfristig helfen, Therapieansätze zu verbessern – etwa durch gezieltes Training der Interozeption oder nicht-invasive Stimulation des Vagusnervs, der die Organe mit dem Gehirn verbindet und die Interozeption beeinflusst. Ein gutes Gespür für körpereigene Signale scheint dabei zu helfen, emotionale Stabilität zu bewahren – selbst wenn der Energiehaushalt schwankt.“

 

Quelle:
www.uni-bonn.de


 

Mit Diabetes gut vorbereitet ins Krankenhaus: Was muss mit, was vorab geklärt werden?

Eine Behandlung im Krankenhaus stellt für viele Menschen eine extreme Stress-Situation dar. Menschen mit Diabetes sind aber zusätzlichen Risiken ausgesetzt, weil die Blutzuckerwerte entgleisen können.
Ein Blutzucker zwischen 140 und 180 mg/dl bzw. 7,8 und 10,0 mmol/l gilt als Ziel auf der Intensivstation. Außerhalb der Intensivstation sollten die für den jeweiligen vereinbarten Zielwerte angestrebt werden. Die jahrzehntelang im Krankenhaus akzeptierten hohen Blutzuckerwerte über 200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l führen zu negativen Folgen, wie sich herausgestellt hat. Aber auch zu strenge, also zu niedrige Werte, bergen das Risiko der häufigeren Unterzuckerung.

Bezüglich des Diabetes sollten unbedingt folgende Dinge ins Krankenhaus mitgenommen werden:

  • Gesundheits-Pass Diabetes, in dem u. a. der letzte HbA1c-Wert und der Blutdruck stehen
  • Berichte über mögliche Folgeerkrankungen wie an den Augen (Retinopathie), an den Nerven (Neuropathie), an den Nieren (Nephropathie)
  • aktueller Medikamenten-Plan mit allen Medikamenten für den Diabetes und alle anderen Erkrankungen
  • ein Vorrat der verwendeten Medikamente und, wenn verwendet, Sensoren, Blutzucker-Messgerät mit Teststreifen, Zubehör für die Insulinpumpe usw.
Quelle:

Geistiger Abbau durch Süßstoffe?

Der Konsum von kalorienarmen und kalorienfreien Süßstoffen (Low- and No-Calorie Sweeteners, LNCS) wurde bereits mit unerwünschten gesundheitlichen Folgen in Verbindung gebracht. Über den Zusammenhang zwischen LNCS-Konsum und kognitiven Fähigkeiten ist jedoch bisher wenig bekannt. Ziel einer Studie aus Brasilien war es, den Zusammenhang zwischen dem Konsum von LNCS und dem Rückgang der kognitiven Leistungsfähigkeit zu evaluieren.

Künstliche Süßstoffe: Einfluss auf das Gehirn?

Die Forschenden führten eine longitudinale Beobachtungsstudie durch, die Daten von Angestellten ab 35 Jahren nutzte, die in die „Brazilian Longitudinal Study of Adult Health“ eingeschlossen waren. Die Teilnehmenden wurden in 3 Untersuchungswellen erfasst (2008 – 10, 2012 – 14 und 2017 – 19). Ausgeschlossen wurden Menschen mit unvollständigen Ernährungsdaten, extremer Kalorienaufnahme (< 1. Perzentil oder > 99. Perzentil) sowie fehlenden Daten zu kognitiven Tests oder Kovariaten zu Beginn der Studie. Mittels eines Food-Frequency-Fragebogens wurde der kombinierte und individuelle Konsum von 7 LNCS (Aspartam, Saccharin, Acesulfam K, Erythrit, Xylit, Sorbit und Tagatose) berechnet. Die Forschenden ermittelten statistisch den Zusammenhang zwischen LNCS-Konsum und kognitivem Abbau mit Hilfe von 6 kognitiven Tests.

Longitudinale Studie über einen Zeitraum von 8 Jahren mit Teilnehmern aus Brasilien

Bei den 12 772 Teilnehmenden (mittleres Alter: 51,9 ± 9,0 Jahre; 54,8 % Frauen; 43,2 % Schwarze oder gemischte Ethnien) lag der durchschnittliche LNCS-Konsum bei 92,1 ± 90,1 mg/Tag. Bei Menschen unter 60 Jahren war ein höherer Konsum kombinierter LNCS mit einem schnelleren Rückgang der verbalen Leistung verbunden. Bei Teilnehmenden ab 60 Jahren zeigte sich kein Zusammenhang zwischen LNCS-Konsum und kognitivem Abbau. Der Konsum von Aspartam, Saccharin, Acesulfam K, Erythrit, Sorbit und Xylit stand mit einem schnelleren Rückgang der globalen Kognition in Verbindung, insbesondere in den Bereichen Gedächtnis und verbale Leistung. Bei Menschen ohne Diabetes war ein hoher LNCS-Konsum mit einem schnelleren Abbau der verbalen Leistung und der globalen Kognition assoziiert, während bei Menschen mit Diabetes vor allem Gedächtnis- und globale Kognitionsverluste beobachtet wurden.

Mögliche negative Effekte von künstlichen Süßstoffen auf kognitive Fähigkeiten

Die Ergebnisse der Studie deuten auf mögliche langfristige negative Effekte von künstlichen Süßstoffen und Zuckeralkoholen auf die geistigen Fähigkeiten hin. Die negativen Effekte wurden insbesondere bei jüngeren Teilnehmern beobachtet.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

Stammzellen: Heilung von Diabetes?

In einer frühen klinischen Studie zeigte die neuartige Stammzelltherapie Zimislecel bei Menschen mit Typ-1-Diabetes eine Wiederherstellung der Inselzellfunktion. 83 % der Teilnehmenden benötigten nach einem Jahr keine externe Insulinzufuhr mehr und es traten keine schweren Unterzuckerungen auf.

Zimislecel ist eine aus Stammzellen gewonnene, allogene Inselzelltherapie. Bisher gibt es bei Typ-1-Diabetes keine etablierte Behandlung, welche dauerhaft die körpereigene Insulinproduktion wiederherstellt. Hieraus ergibt sich die Forschungsfrage, wie sicher und wirksam die Stammzelltherapie bei Menschen mit Typ-1-Diabetes ist.

Stammzellentherapie Zimislecel: Chance bei Typ-1-Diabetes?

Die klinische Phase-1/2-Studie an Menschen mit Typ-1-Diabetes wurde in 3 Teilen durchgeführt. In Teil A erhielten die Teilnehmenden eine halbe Dosis Zimislecel (0,4×10 Zellen) über eine Infusion in die Pfortader, mit Option auf eine 2. Dosis innerhalb von 2 Jahren. In den Teilen B und C wurde eine volle Dosis (0,8×10 Zellen) verabreicht. Alle Teilnehmenden erhielten eine immunsuppressive Therapie ohne Glukokortikoide. Der primäre Endpunkt in Teil C war das Ausbleiben schwerer Unterzuckerungen zwischen Tag 90 und 365 bei gleichzeitigem HbA1c-Wert unter 7 % oder einer Reduktion von mindestens 1 % gegenüber dem Ausgangswert an mindestens einem Zeitpunkt zwischen Tag 180 und 365. Sekundäre Endpunkte in Teil C umfassten Sicherheit und Insulinunabhängigkeit zwischen Tag 180 und 365. Der Nachweis von Serum-C-Peptid während eines 4-stündigen Mischmahlzeiten-Toleranztests diente zur Beurteilung der Inselzellfunktion.

Klinische Phase-1/2-Studie: Wirksamkeit und Sicherheit mit 14 Teilnehmern

Insgesamt 14 Menschen (2 aus Teil A, 12 aus Teil B/C) wurden für mindestens 12 Monate nachbeobachtet. Alle wiesen zu Beginn keine messbare C-Peptid-Produktion auf. Nach der Zimislecel-Infusion konnte bei allen ein C-Peptid-Nachweis erfolgen, was auf eine erfolgreiche Funktion der Inselzellen hinweist. Die häufigste schwerwiegende Nebenwirkung war Neutropenie, die bei 3 Teilnehmenden auftrat. Insgesamt 2 Todesfälle wurden dokumentiert: Einer durch Kryptokokken-Meningitis, ein weiterer durch schwere Demenz infolge einer bestehenden neurokognitiven Erkrankung.

Hohe Rate an Insulinunabhängigkeit und gute Blutzuckerkontrolle

Alle 12 Teilnehmenden aus den Teilen B und C blieben im Zeitraum zwischen Tag 90 und 365 frei von schweren Unterzuckerungen. Sie erreichten einen HbA1c-Wert unter 7 % und verbrachten über 70 % der Zeit im Zielbereich der Blutzuckerkonzentration (70 – 180 mg/dl). Es waren 10 der 12 (83 %) Teilnehmer am Tag 365 insulinunabhängig, benötigten also keine externe Insulinzufuhr mehr.

Zimislecel zeigt Potenzial zur Wiederherstellung der Inselzellfunktion

Die Ergebnisse der kleinen Studie deuten darauf hin, dass Zimislecel die physiologische Funktion von Inselzellen bei Menschen mit Typ-1-Diabetes wiederherstellen kann. Weitere Studien sind erforderlich, um die Langzeitsicherheit und Wirksamkeit zu prüfen.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

Adipositastherapie ohne Spritze 1,7 Millionen Euro Förderung

Lokal Fett abbauen durch einfache Wirkstoffgabe auf die Haut: Eine klinische Studie der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Bonn (UKB) soll die Wirksamkeit dieser innovativen Methode bestätigen.

Es gibt drei Arten von Fett: weißes, braunes und beiges
Die Umwandlung von weißem Fett, das Energie speichert, in beiges Fett, das die gespeicherte Energie in Wärme umwandelt, wird als „beiging“ bezeichnet. Das Team aus der Pharmakologie und der Pharmazeutischen Technologie konnte bereits zeigen, dass „beiging“ von Fettgewebe durch eine lokale Applikation entsprechender Wirkstoffe auf die Haut erreicht werden kann. Der neue lokale Therapieansatz kann die Wirkstoffbelastung des restlichen Körpers deutlich verringern und somit bei einer längeren Anwendung die Nebenwirkungen reduzieren, die augenblickliche Ansätze noch in erheblichem Maße zeigen, die auf der Anwendung von Tabletten oder Spritzen basieren.

Quelle: uni-bonn.de